Harburg

Mängelliste vom Bürgerverein

Kritik: Die "Mappe 2006" wird übergeben. Das Haus Görgestraße/Auf der Altstadt sollte saniert werden, der Brunnen am Kalkberg auch. Scharf kritisiert wird die geplante Trasse der A 39 durchs Stadtgebiet.

Lüneburg. Lob und Tadel erteilt der Bürgerverein Lüneburg jedes Jahr an die Verwaltung der Stadt Lüneburg: Heute abend stellen die Mitglieder ihre "Rot-Blau-Weiße Mappe 2006" (nach den Stadtfarben) im Museum für das Fürstentum vor. Dorn im Auge sind dem Bürgerverein vor allem das verfallene Haus an der Görgesstraße/Auf der Altstadt sowie der verwahrloste Brunnen am Kalkberg.

"Das Gebäude befindet sich in einem grauenhaften Zustand", klagt Bürgervereins-Vorsitzender Rüdiger Schulz. "Was ist damit?" hat er die Stadtverwaltung gefragt. Diese habe bereits mehrfach mit dem Eigentümer gesprochen, lautet die Antwort in der Stellungnahme der Stadt. Es seien konkrete Vorschläge zur Sanierung gemacht worden, auch der Arbeitskreis Lüneburger Altstadt (ALA) e.V. habe finanzielle Hilfe angeboten. Aber: "Aus privaten Gründen sieht der Eigentümer sich derzeit jedoch nicht in der Lage, das Gebäude in einem absehbaren zeitlichen Rahmen zu sanieren", so die Verwaltung.

Nur ein paar Meter weiter den Kalkberg rauf steht das nächste Sorgenkind des Bürgervereins: der Schlöbcke-Brunnen - in einem desolaten Zustand. Wegen "des hohen Unterhaltungsaufwandes" hatte die Stadt den Brunnen vor Jahren außer Betrieb genommen, schreibt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zur Vereinskritik. "Sich ständig wiederholende Vandalismusschäden taten ein übriges." Das Umfeld wurde mittlerweile freigeschnitten, zur Zeit würden die Installations- und Folgekosten ermittelt, sollte der Brunnen wieder in Betrieb genommen werden. Schulz kündigt an: "2007 werden wir uns da voraussichtlich engagieren."

Lob gibt's vom Bürgerverein für die neue Nutzung des ehemaligen Capitol-Kinos und die Sanierung der alten Stadtmauer. Für den zentralen Platz Am Sande fordert zweiter Vorsitzender Gunnar Peter von Stadt und Polizei mehr Kontrollen, "da fahren viel zu viele, die nicht berechtigt sind". Auch bei der geplanten Trassenführung der Autobahn 39 sind sich die Mitglieder einig: "Das ist ein Anachronismus", so Schulz. "Autobahnen durch Städte hindurch hat man in den 50er Jahren gebaut."