Neu Wulmstorf plant eine edle Waldsiedlung

Neu Wulmstorf. Luxus-Wohnen und Golfen im Wald, dazu rund 200 Hektar Natur zur Naherholung - so soll die Nachnutzung des 290 Hektar großen ehemaligen Standortübungsplatzes der Röttiger-Kaserne aussehen. Der Neu Wulmstorfer Ortsentwicklungsausschuß empfahl am Donnerstag abend einstimmig die Aufstellung von Bebauungsplänen für eine Waldsiedlung und ein "Sporthotel". Anfang 2007 könnten die Bauarbeiten beginnen. Zunächst einmal müssen Investoren gefunden werden. Drei Anfragen für eine Golfanlage und mehrere Nachfragen zur Waldsiedlung habe die Gemeinde bereits zu diesem frühen Planungsstand gehabt, so Thomas Saunus, Fachbereichsleiter für Ortsentwicklung.

Das ist geplant: Bis zu 60 Grundstücke, zwischen 1500 und 2000 Quadratmeter groß, sollen in einer zwölf Hektar großen Waldsiedlung entstehen. Die Käufer werden verpflichtet, einen Großteil der Fläche mit Wald zu belassen. Die Erschließung erfolgt über das Kasernengelände. Vorgesehen ist eine Notzufahrt für Rettungswagen über die Gumbiner Straße. Der westliche Arm der Panzerringstraße soll auf etwa 700 Metern für den öffentlichen Verkehr gesperrt werden. Für die Gäste eines möglichen Sporthotels und Radsportler bleibt der Straßenabschnitt frei.

Der Bebauungsplan mit dem Arbeitstitel "Sporthotel" sieht im Süden des Standortübungsplatzes einen Nutzungsmix aus Golf und Reiten vor. Auch ein Wellness-Hotel wäre denkbar. Erwartet werden 20 bis 30 Pkw-Bewegungen pro Tag. Die Erschließung soll über das Dorf Wulmstorf erfolgen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerhard Klußmann sprach sich für eine 18-Loch-Golfanlage aus - und gegen eine Reitanlage. "Dafür gibt es keinen Bedarf", so Klußmann, "es existieren bereits genug Angebote in der Umgebung." Mehr als 200 Hektar des Standortübungsplatzes sollen naturbelassen bleiben. Das Gebiet soll mit Eichen und Buchen aufgeforstet werden. So werden ökologische Ausgleichsflächen für Bauvorhaben im Norden Neu Wulmstorfs geschaffen.

Der Ortsentwicklungsausschuß hatte keine Einwände gegen den Masterplan zur zivilen Nachnutzung der Röttiger-Kaserne, eine Art politische Absichtserklärung. Die Gemeinde Neu Wulmstorf und die Freie und Hansestadt Hamburg planen gemeinsam die Nutzung des aufgegebenen Militärgeländes. Demnach sollen auf dem Kasernengelände 450 Wohneinheiten, ausschließlich Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser, entstehen. Ein Viertel des Areals ist für Gewerbe vorgesehen. Baubeginn wird wohl nicht vor 2010 sein. Hamburg will mit dem Angebot das Abwandern einkommensstarker Familien ins Umland verhindern. Ob sich die Hamburger ihren Wunsch nach einer eigenen Waldsiedlung erfüllen können, ist fraglich. Die vorgesehen Fläche ist belastet. "Neu-Blankenese" würde auf dem alten Treibstofflager der Kaserne liegen.