Harburg

Die Frau mit dem Kämpferherzen

Augenblicke: Menschen, die uns 2004 beeindruckt haben - die Harburger Rundschau stellt sie vor. Heute: Handballtrainerin Heike Axmann.

Buxtehude. Heike Axmann läßt das alte Jahr im Familienkreis ausklingen. Mit Ehemann Olaf und den Kindern Natalie (7) und Dominik (5) verbringt die Handball-Bundesligatrainerin des Buxtehuder SV Silvester bei ihrer Schwester in Schwerin. Die sportliche Pause zwischen den Feiertagen genießt Heike Axmann, widmet ihre freie Zeit ganz der Familie. Besuche von Eltern und Geschwister, die rund um Rostock leben, sind selbstverständlich. Heike Axmann ist ein Familienmensch, legt viel Wert auf Harmonie und gegenseitiges Verständnis.

Und gerade der familiäre Zusammenhalt hat Heike Axmann vor ein paar Monaten den Schritt in ihr heutiges Leben vereinfacht. "Mach es!" ermutigte auch Ehemann Olaf Axmann (36) seine Frau, wohlwissend, daß für ihn künftig mehr Aufgaben im häuslichen Bereich anstehen. "Wir ergänzen uns", sagte Heike Axmann. Und mit Carina Bauer (spielt in der BSV-A-Jugend) und Nina Schwarz (Fan der BSV-Frauen) hat Familie Axmann zwei zuverlässige Babysitter.

Denn seitdem die 36 Jahre alte Trainerin das Buxtehuder Bundesligateam übernahm, hat sich einiges verändert. "Handball ist für mich Hobby geblieben", sagte Heike Axmann, "wichtig ist der Spaß dabei." Daß sie heute zu den etablierten Trainern der Eliteliga gehört, ist ihr noch gar nicht so bewußt. "Den Weltmeistertitel als Spielerin weiß ich heute erst so richtig einzuschätzen", betonte Heike Axmann. Und so wird es auch mit ihrem Trainerjob sein.

Im Moment sei es ihr Beruf. Und da legt sie all ihren Ehrgeiz und Motivation hinein, um Erfolg zu haben. Mit dem Buxtehuder SV hatte Heike Axmann bisher Erfolg. Auch wenn die Saison mit einer Niederlage in ihrer Heimat Rostock begann. Ein Rückschlag? Nein, Jetzt erwachte das Kämpferherz in Heike Axmann. Sie begann noch ehrgeiziger, mit ihrem Team zu arbeiten. Und führte die Buxtehuder Handball-Frauen in die Bundesliga-Hauptrunde, die am 15. Januar mit der Partie gegen Borussia Dortmund beginnt. Play-Off, Pokal und Europapokal - drei Aufgaben im Jahr 2005, die Heike Axmann und ihr Team im neuen Jahr herausfordern. Die frühere Weltklassespielerin als Kreisläuferin läßt alles ruhig auf sich zukommen. Sportlich sei alles möglich, sagte die BSV-Übungsleiterin. Auch wenn die Play-Off-Runde schon erreicht sei, dürfe ihre Mannschaft die zehn Spiele der Hauptrunde nicht zu leicht nehmen. "Wir müssen sportlich unserem Publikum gerecht werden", so Heike Axmann. Ihre Mannschaft könne aber ohne Druck aufspielen. "Für mich sind das Trainingsspiele, bei denen alle Seiten lernen können", sagte die Trainerin. Wichtig sei, daß sie die derzeitig gute Stimmung in der Mannschaft erhalten könne. Ein funktionierendes Umfeld wirke sich positiv auf die Leistung aus.

Ein Lerneffekt, den sie meistern muß. Sie selbst habe seit dem Amtsantritt viel mitgenommen. "Man verändert sich ganz schön", so die Trainerin und meint damit ihr neues Selbstbewußtsein. Heute gehe sie ganz anders auf Leute zu als früher. Eine positive Erfahrung.

Ihr Ehrgeiz in Sport und Beruf wird sich aber nie ändern. Erfolg muß hart erarbeitet werden. Das ist ihr Credo immer gewesen und wird es auch bleiben. Als Sportlerin sammelte sie reihenweise Erfolge, von DDR-Meistertitel (1988 und 1989), deutscher Pokalsieger 1989, Weltmeister 1993 und City-Cup-Gewinn mit Buxtehude.

Auch wenn einer weiteren Vertragsverlängerung in Buxtehude nichts im Wege steht und Manager Peter Prior von einem möglichen längeren Engagement spricht, fehlt Heike Axmann so ein bißchen ihr Job als Reisekauffrau, von dem sie sich zugunsten des Handballs beurlauben ließ. "Ich möchte schon mal wieder im Reisebüro in Jork reinschnuppern", gibt sie zu.