Champignons: In acht Kulturräumen reifen die weißen Fruchtkörper heran. 17 bis 20 Tonnen werden pro Monat vermarktet.

Roydorf. "In Zeiten des kleinen Geldbeutels ist es einen Versuch wert, sich auf Dinge zu konzentrieren, die sich vor langer Zeit schon bewährt haben." Das sagt sich Hans-Heinrich Rüschmeyer (54), der mit seiner Familie Champignonkulturen in Roydorf in einem modernen Betriebsgebäude zieht. Um frische Champignons mit Wurzel geht es ihm. Seit mehr als 35 Jahren wurden Champignons bei der Ernte von ihrer Wurzel abgetrennt und ausschließlich ohne Wurzel vermarktet. "Die Konsumenten wollten sich nicht die Mühe machen, die Pilze zu putzen." Der Verbraucher bevorzugte die topffertige Ware. In den Nachbarländern Frankreich und Dänemark wurden die Champignons immer mit Wurzeln vermarktet. Der Vorteil, erläutert der Roydorfer, das Gemüse bleibe länger frisch und behalte das volle Aroma. Bei sorgfältiger Reinigung des Gemüses mit einer Bürste ließen sich die Wurzelreste mühelos entfernen. "Da in der heutigen Zeit durch längere Lieferwege vom Züchter zum Verbraucher der Frischpilz leidet, ist es eine gute Alternative, den Champignon mit Wurzel anzubieten." Durch geringere Erntekosten und Vermeidung des Gewichtsverlustes durch den Abschnitt werde diese Champignonqualität in der Regel 15 Prozent billiger angeboten. "Der Kunde bekommt mehr fürs Geld." Erste Versuche der Distribution des Champignons mit Wurzel in Ein-Kilogramm-Verpackungen im Hamburger und Lüneburger Raum erwiesen sich bereits als erfolgreich. Vom 6. Dezember bis heute verkaufte Rüschmeyer eine halbe Tonne.