Gedaschko: "Die Welt wartet nicht auf uns"

China: Nach der Heimkehr zeigt sich Harburgs Landrat von der Entwicklung des Landes beeindruckt

Winsen. "Die Welt wartet nicht auf uns", sagte Landrat Axel Gedaschko (45, CDU) nach der Rückkehr von seiner Chinareise. Gedaschko begleitete Hamburgs Ersten Bürgermeister Ole von Beust (49, CDU) auf seiner fünftägigen Reise durch das aufstrebende Land der Mitte. "Noch haben wir Zeit, uns an der Entwicklung in China zu beteiligen." Ziele der Reise waren Hamburgs Partnerstadt Shanghai, die Hauptstadt Peking und Hongkong.

Für den Chef der Kreisverwaltung aus Winsen war die Reise auch ein Crashkurs in Sachen Kultur. Eine explosionsartig wachsende Wirtschaft steht einer streng gegliederten Hierarchie der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) gegenüber, die immer noch Vieles kontrolliert. "Ohne die KPC geht dort nichts", sagte Axel Gedaschko. Die 17-Millionen-Megacity Shanghai will modern sein. So sind die Ufer des Huangpu-Flusses wie in einer Modelllandschaft mit Hochhäusern gepflastert. Dank der Senatsliste stand Axel Gedaschko als Vertreter der Landkreise der Metropolregion Hamburg weit oben in der Hierarchie der Reisegruppe. Das hatte seine Vorteile. Während einer Abendveranstaltung durften zum Beispiel die wichtigen Leute an einem Tisch sitzen und essen, während die anderen den Abend stehend verbrachten. "Das ist in China normal, ich habe mich dabei wie Ole von Beust sehr unwohl gefühlt", sagte Gedaschko. Auch die Art des Umgangs mit Gästen sei gewöhnungsbedürfig. Auf den Hinweis von Ole von Beust, dass Hamburg mit 400 chinesischen Firmen der größte europäische Standort für die chinesische Wirtschaft sei, reagierte sein Gegenüber damit, dass der Bürgermeister da wohl die chinesischen Restaurants mitgezählt habe. Am Rande war die Hamburger Delegation auch von dem Machtkampf zwischen dem Staats- und Parteichef Hu Jintao (61) und seinem Vorgänger Jiang Zemin (78) betroffen. Das Treffen mit einem Regierungsvertreter kam nicht zu Stande, weil der die viertägigen Sitzung des Zentralkomitees in Peking nicht verlassen konnte. Zemin gab am Sonntag den Oberbefehl über die Streitkräfte an Hu Jintao ab, der jetzt Staat, Partei und Militär kontrolliert.