Shanghai wünscht Kooperation

Süderelberaum: Landrat Axel Gedaschko sieht Chancen in einer Partnerschaft mit dem Distrikt Xuhui

Shanghai. Die China-Reise des Hamburger Bürgermeisters Ole von Beust soll auch für den Süderelberaum Früchte tragen. Der Harburger Landrat Axel Gedaschko (CDU), der von Beust ins Reich der Mitte begleitete, denkt darüber nach, eine Partnerschaft mit einem Distrikt Shanghais einzugehen. Bei einem Essen zu Ehren der Hamburger Gäste habe der Bürgermeister des knapp eine Million Einwohner zählenden Distrikts Xuhui ihm eine Zusammenarbeit in der Art einer Städtepartnerschaft vorgeschlagen, sagte Gedaschko der Harburger Rundschau.

"Ich kann mir vorstellen, dass wir eine solche Partnerschaft nicht allein als Landkreis Harburg, sondern als Region Süderelbe eingehen", so Gedaschko. "Das werde ich mit den anderen Landräten jetzt erörtern." Xuhuis Bürgermeister Sun Chao habe großes Interesse an einer Kooperation in der Stadtentwicklungs- und Umweltpolitik gezeigt - und beim Thema Altenbetreuung. Denn auch in Chinas Städten gebe es eine wachsende Überalterung, und es fehle ein System der Altenpflege.

Der Distrikt Xuhui liegt im Zentrum der Hamburger Partnerstadt. Er hat zwar die geringste Bevölkerungsdichte der 19 Shanghaier Distrikte - dafür aber die größte Dichte an kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Dominiert wird das ehemalige französische Villenviertel, in dem auch der Botanische Garten liegt, vom Einzelhandel. Hier finden sich viele der wichtigsten Einkaufszentren Shanghais.

Neben der Partnerschaft mit Xuhui hofft Landrat Gedaschko darauf, dass der Süderelberaum auch an dem in Shanghai unterzeichneten Austauschprogramm für Trainees teilnehmen kann. "Ich denke, auch Harburger Firmen sollten junge Mitarbeiter nach China schicken und Chinesen hierher holen."

Zudem solle nicht nur Hamburg, sondern die gesamte Metropolregion stärker um chinesische Touristen werben. "Viele Chinesen begeistern sich für kleinere Backsteinstädte", so Gedaschko. "Deswegen könnten sich etwa Lüneburg, Lübeck oder Stade um Gäste aus China bemühen." Gleichzeitig regte der Landrat an, den Menschen in Süderelbe das Thema China bei der Landesgartenschau 2006 in Winsen näher zu bringen: "Wir könnten darüber nachdenken, dort zum Beispiel einen Gelehrtengarten mit chinesischen Heilpflanzen anzulegen." Der Hamburger Senat, der jetzt eine Zusammenarbeit bei der traditionellen chinesischen Medizin mit Shanghai vereinbart hat, habe dafür bereits seine Unterstützung signalisiert.