Harburg erinnert an Carl Ihrke

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Adolf Brockmann

Im Haus der Kirche werden Arbeiten des 1983 gestorbenen Harburgers gezeigt

Harburg. Alte Harburger erinnern sich noch an Carl Ihrke. Den kleinen Harburger, einen malenden Chaoten oder chaotischen Maler, der im Freien zu arbeiten pflegte, und um den sich manche Anekdoten rankten. Die Baskenmüze war sein Markenzeichen. Seine Linolschnitte wurden zu Lebzeiten für 'n Appel und 'n Ei angeboten. Kein Wunder: Ihrke brauchte immer Geld. Nicht nur, um davon Essen zu kaufen. An Carl Ihrke - am 18. September 1921 geboren, am 28. Februar 1983 gestorben - erinnert heute wenig in Harburg: Eine Arbeit "im öffentlichen" Raum befindet sich in der Haeckelstraße in Harburg. Nach Ihrkes Plänen ist nach seinem Tod noch der so genannte Fischbrunnen in der Kleinen Straße entstanden. Er ist seit längerer Zeit in schlechtem Zustand. An den auf dem Neuen Friedhof begrabenen Ihrke (er wohnte zuletzt in der Knoopstraße, starb einsam) erinnert sonst kaum etwas. Umso erfreulicher, dass es im Haus der Kirche, Hölertwiete 5, jetzt eine Austellung gibt, die zum 20. Todestag des Künstlers eine Auswahl seiner Werke zeigt. Günther Jürgensen aus Neuwiedenthal, der in den letzten Jahren von Ihrkes Leben guten Kontakt zu ihm hatte (der Maler kaufte seine Farben bei ihm und tauschte auch mal Bilder gegen Geld), hat sie zusammengestellt. An die 70 Arbeiten besitzt er - nicht alle kann er ausstellen. Außer den seinerzeit bekannten Linolschnitten sind auch etliche handsignierte Drucke ausgestellt, Kohlezeichnungen, Aquarelle und andere Originale. Die ersten Arbeiten - etwa vom (noch) zerstörten Rothenburgsort - stammen von 1946 und den ersten Jahren danach. Andere machen den ersten Umbruch in Harburg um 1970 deutlich. Gezeigt werden Kirchen und Gemeindehäuser, das von Hafenerweiterung noch nicht bedrohte Moorburg, der Binnenhafen, der Kutterhafen Finkenwerder. Aber auch Motive von Sylt, aus dem Hirschpark, von der Alster. Übrigens: Die Bilder aus der Sammlung Jürgensen sind verkäuflich. Die Ausstellung dauert bis zum 30. April. Geöffnet ist montags bis donnerstags von 9 bis 15 Uhr, freitags is 14 Uhr.

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