Harburg
Verkehr

Falscher Notruf verzögerte Rettung

Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände und Missverständnisse, die dazu führte, dass Ralf B. eineinhalb Stunden verletzt in seinem Fahrzeug saß, ehe Polizei und Krankenwagen eintrafen.

Hittfeld - Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände und Missverständnisse, die dazu führte, dass Ralf B. eineinhalb Stunden verletzt in seinem Fahrzeug saß, ehe Polizei und Krankenwagen eintrafen. Der 28-Jährige war gestern Morgen auf der A 1 mit seinem 7,5-Tonnen-Mercedes auf einen Lastwagen aufgefahren, der abrupt gebremst hatte. Dabei wurde B. gegen Lenkrad und Armaturenbrett geschleudert, erlitt Prellungen am Bauch und an den Knien. Er rief mit seinem Mobiltelefon die "110" an - da war es 7.50 Uhr - und teilte den Unfall mit. Bis 9 Uhr wartete er - doch niemand kam ihm zu Hilfe. Er wählte die Nummer erneut. Um 9.30 Uhr traf die Polizei dann ein. Mit einem Krankenwagen wurde B. in eine Klinik gefahren. "Ich bin verärgert, dass es so lange gedauert hat", sagte er später. B. war allerdings nicht unschuldig an der verzögerten Rettung. Nach Angaben des Polizeisprechers Jan Krüger (Polizeiinspektion Harburg) hatte er im ersten Notruf fälschlicherweise mitgeteilt, der Unfall sei in Höhe der Ausfahrt Hollenstedt passiert. Erst im zweiten Notruf habe er klar gestellt, dass es sich um die Anschlussstelle Hittfeld handelte. Beamte der Polizeiwache Sittensen seien nach Eingang des ersten Anrufs losgefahren, hätten am angegebenen Ort aber vergeblich gesucht und den Einsatz abgebrochen. B. selbst räumt ein, er habe sich im Ort geirrt, will aber mitgeteilt haben, dass er verletzt war. Das wiederum bestreitet die Polizei. Krüger: "Hätte er das mitgeteilt, hätten wir länger nach ihm gesucht." (ur)