Fuhlsbüttel

Geplante Geiselnahme in Santa Fu? Totaleinschluss angeordnet

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Daniel Herder

Hinweis auf Geiselnahme in der JVA Fuhlsbüttel: Es sollen Waffen eingeschleust worden sein. Anstaltsleitung reagiert.

Hamburg. Nach einem anonymen Hinweis auf eine bevorstehende Geiselnahme in der JVA Fuhlsbüttel hat die Anstaltsleitung bereits am Dienstag einen sogenannten Totaleinschluss angeordnet. Seither dürfen die Gefangenen ihre Zellen nicht verlassen und auch keinen Besuch empfangen. Aktuell werden die Maßnahmen schrittweise zurückgefahren, teilte die Justizbehörde auf Abendblatt-Anfrage mit.

Der anonyme Hinweis war am Dienstagabend in der JVA Fuhlsbüttel eingegangen. Demnach seien Waffen in die Anstalt eingeschleust worden, eine Geiselnahme sei geplant. Um die „Sicherheit und Ordnung“ zu gewährleisten, entschloss sich die Anstaltsleitung, die Gefangenen kurz vor dem Nachteinschluss komplett unter Verschluss zu nehmen. Seit Mittwochmorgen durchsucht die zentrale Revisionseinheit der Justizbehörde das Gefängnis, in dem 287 Menschen inhaftiert sind, und die ebenfalls auf dem Gelände befindliche sozialtherapeutische Anstalt mit 107 Insassen. Polizisten unterstützen die eingesetzten Beamten bei der Durchsuchung des weitläufigen Geländes.

Waffen wurden bisher nicht gefunden

Nach Angaben der Justizbehörde werde in den durchsuchten Bereichen nach und nach der Betrieb wieder aufgenommen. Der reguläre Betrieb soll spätestens Mitte kommender Woche gewährleistet sein. Schon am Wochenende dürften die Gefangenen wieder Besuch empfangen. Waffen seien bisher nicht gefunden worden. Das Landeskriminalamt ermittelt. „Die Bediensteten haben umsichtig und professionell reagiert“, sagte Thomas Baehr, Sprecher der Justizbehörde.

Brigitte Polz-Hutmacher hingegen ärgert sich, dass Angehörige über den Totaleinschluss der Gefangenen nicht in Kenntnis gesetzt worden sind. „Unter der regulären Besuchernummer hört man nur eine Warteschleife. Warum wird man denn nicht per Ansage darüber informiert, dass Besuche derzeit nicht möglich sind?“ Die 55-Jährige aus Köln wollte eigentlich ihren Bruder besuchen, der seit mehr als 13 Jahren in der JVA Fuhlsbüttel inhaftiert ist. Der 50-Jährige melde sich eigentlich jeden Tag – zuletzt habe er am Montagabend angerufen. „Wir haben uns natürlich große Sorgen gemacht, weil wir nichts mehr von ihm gehört haben“, sagt Brigitte Polz-Hutmacher. „Das hätte man aus meiner Sicht besser lösen können.“