Polizei Hamburg

SEK-Einsatz: Razzia nach Messerstecherei an der Alster

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Am Donnerstagmorgen stürmten Kollegen des Spezialeinsatzkommandos eine Flüchtlingsunterkunft in Hohenfelde.

Am Donnerstagmorgen stürmten Kollegen des Spezialeinsatzkommandos eine Flüchtlingsunterkunft in Hohenfelde.

Foto: Michael Arning

Die Polizei durchsucht Wohnungen und eine Flüchtlingsunterkunft. Der Bruder eines der fünf Verdächtigen hatte einen Beamten verletzt.

Hamburg.  Donnerstagmorgen, 6 Uhr: Mitglieder des Spezialeinsatzkommandos (SEK) der Polizei Hamburg bahnen sich einen Weg durch die Flüchtlingsunterkunft an der Freiligrathstraße in Hohenfelde.

Ihr Ziel ist eine Wohnung in einem der Wohncontainer. Hier vermutet die Polizei einen Verdächtigen, der in Zusammenhang mit Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen gesucht wird. Auch in anderen Stadtteilen steht die Polizei am Morgen vor der Tür. Im Fokus stehen junge Männer, die in eine blutige Auseinandersetzung an der Binnenalster verwickelt gewesen sein sollen.

Polizei Hamburg: Verdächtige sind 17 und 18 Jahre alt

Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden Wohnungen von fünf Verdächtigen in den Stadtteilen Hohenfelde, Borgfelde, Rahlstedt, Bahrenfeld und Heimfeld durchsucht, darunter auch die im Flüchtlingsheim. Die Ermittler stellten Beweismittel sicher, die nun ausgewertet werden, so die Polizei. Die weiteren Ermittlungen in dieser Sache dauerten an.

Anlass für die Razzia war ein Vorfall im Februar, bei dem ein Jugendlicher durch einen Messerstich am Bein verletzt worden war. Fünf Verdächtige konnte die Polizei ermitteln, vier 17-Jährige und einen 18-Jährigen.

Messerstecherei an der Binnenalster Anlass für den Einsatz

Nach den bisherigen Erkenntnissen war es am Tattag zunächst zu einem Aufeinandertreffen zweier Gruppen meist junger Männer gekommen, so die Polizei. Die Gruppe um den späteren Verletzten soll sich dann entfernt haben, wurde aber von den Kontrahenten verfolgt.

Einer von ihnen soll einem 17-Jährigen dann unvermittelt mit einem Messer ins Bein gestochen haben. Anschließend flüchtete die Gruppe in unterschiedliche Richtungen. Der Verletzte kam zur Behandlung seiner Messerstichverletzung in ein Krankenhaus. Lebensgefahr bestand nicht.

Bruder eines Verdächtigen trat Polizist Kniescheibe heraus

Der Jungfernstieg war zuletzt mehrmals Schauplatz brutaler Streitigkeiten zwischen Jugendgruppen gewesen, die sich mit Messern duellierten. Wie berichtet, war es am Ostermontag zur einer blutigen Auseinandersetzung vor der Europa-Passage gekommen, in deren Anschluss auch zwei Polizisten verletzt worden sind.

Dabei hatte ein 19-Jähriger einem Beamten die Kniescheibe herausgetreten. Nach Abendblatt-Informationen ist jener Täter der ältere Bruder eines der Teenager, bei denen nun die Razzia stattfand. Gegen alle fünf Verdächtigen wurde nun ein Aufenthaltsverbot für den Bereich Ballindamm/Europa-Passage ausgesprochen.