Stadtentwicklung

Streit um Tennisplätze in Eppendorf: Bürgerbegehren erlaubt

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Axel Ritscher
Ulrich Feist auf den Plätzen des Tennisvereins WET am Mühlenteich. Im Hintergrund ist die für die Erweiterung benötigte Wiese.

Ulrich Feist auf den Plätzen des Tennisvereins WET am Mühlenteich. Im Hintergrund ist die für die Erweiterung benötigte Wiese.

Foto: Roland Magunia / Funke Foto Services

Verein will im Mühlenpark an der Erikastraße zwei Tennisplätze bauen. Nachbarn sind gegen die Privatisierung von Teilen des Parks.

Hamburg. Im Streit um die Tennisanlage am Eppendorfer Mühlenteich darf es ein Bürgerbegehren geben. Das teilte das Bezirksamt Hamburg-Nord mit. Damit könnten die rund 246.600 Wahlberechtigten im Bezirk Hamburg-Nord darüber abstimmen, ob die Tennisanlage des Winterhude-Eppendorfer Turnvereins (W.E.T) sich in den bestehenden Park erweitern darf oder ob die Parkfläche grün bleiben soll.

Ob es zur Abstimmung kommt, hängt jetzt an der Zahl der Unterstützer, die die Bürgerinitiative „Grünfläche für alle“ zur Unterschrift auf ihren Listen bewegen kann. 4932 müssten es werden.

Tennisplätze? Bezirksamt erklärt Bürgerbegehren für zulässig

Das Bezirksamt erklärte das von der Bürgerinitiative beantragte Bürgerbegehren jetzt sowohl für zulässig als auch für bindend. Letzteres, weil die Bezirksversammlung die Frage nicht nur beraten, sondern „erledigen“, d.h.: entscheiden kann. Der Verein müsste seine Erweiterungspläne durch einen Bebauungsplan rechtlich absichern lassen. Dafür ist der Bezirk zuständig.

Der W.E.T. spielt seit 1971 auf derzeit fünf Tennisplätzen, die baurechtlich als Wiese gelten und deshalb gar nicht hätten bebaut werden dürfen. Er will sich den Zustand mit einem geänderten Bebauungsplan legalisieren lassen und dabei um zwei weitere Plätze wachsen. Den ehemaligen Schulsportplatz nutzt der W.E.T. aber schon jetzt – für Fußball und Yoga.

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Verein verweist auf seine „feste Verankerung im Stadtteil“

Die Bürgerinitiative will die aus ihrer Sicht „nur privat“ genutzte Fläche zumindest teilweise für die Allgemeinheit erhalten, also aktuell eine dauerhafte Erweiterung des W.E.T. verhindern. Die Fläche solle unabhängig von kostenpflichtiger Vereinsmitgliedschaft bespielt werden können. Perspektivisch will die Initiative mit Ablauf der befristeten Überlassung der Sportanlage an den W.E.T. im Jahr 2039 entscheiden lassen, ob die Sportanlage bleiben, schrumpfen oder ganz verschwinden soll.

Die Initiative argumentiert mit zunehmendem Grün- und Freizeitflächenbedarf angesichts immer neuer Wohnungen im Stadtteil. Sie spricht von 1000 zusätzlichen Einheiten im unmittelbaren Einzugsgebiet des Mühlenparks. Der Verein wiederum verweist auf seine „feste Verankerung im Stadtteil“ und die stark gestiegene Zahl an tennisspielenden Mitgliedern. Das Tor zur Fußballwiese ist offen, so dass die Anwohner jederzeit Zugang haben, wenn sie nicht genutzt wird. 2018 war ein Bauantrag des Vereins vom Bezirksamt abgelehnt worden.