Winterhude

Wohnungsbau: Bürgerintiative widerspricht Senatorin vehement

Auf der Grünfläche neben den Häusern sollen Wohnungen entstehen

Auf der Grünfläche neben den Häusern sollen Wohnungen entstehen

Foto: Marcelo Hernandez

"SOS Mühlenkampkanal" fühlt sich durch eine Äußerung von Dorothee Stapelfeldt diskreditiert.

Hamburg.  Die Initiative „SOS Mühlenkampkanal“ weist eine Äußerung von Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) entschieden zurück. Diese hatte auf einer Veranstaltung am Montagabend an den Gemeinsinn der Bürger bei Nachverdichtungen appelliert und sich dabei auch auf den Protest gegen die geplante Bebauung zwischen Dorotheenstraße und Mühenkampkanal bezogen. Wie berichtet, will die Robert Vogel KG dort gut 100 Wohnungen errichten, die zunächst für weniger als neun Euro vermietet werden sollen. Es kursiere das Gerücht, so Stapelfeldt, die Initiative wolle in Wahrheit verhindern, dass neue Mieter dort preisgünstig wohnen könnten. Das wäre fatal.

"Solche Beschuldigungen gehen unter die Gürtellinie"

Bei der Initiative ist man empört. „Man kann unterschiedlicher Meinung sein, aber solche Beschuldigungen gehen unter die Gürtellinie“, sagt Holger Landahl. Dazu zähle er auch die Egoismus-Vorwürfe, die sich gerade Gegner aus dem unmittelbaren Umfeld des geplanten Projekts Dorotheenkai hätten anhören müssen. „ Diese Menschen gehören nicht zum reichen Winterhude“, betont er.

Darüber hinaus sei es - neben der Verringerung der Baumasse - eine zentrale Forderung gewesen, dort Sozialwohnungen zu schaffen. „Wir haben gefordert, dass dort nur Mieter einziehen, die Anspruch auf Wohnungen aus dem 2. Förderweg haben.“ Tatsächlich hatte Landahl im Mai 2018 eine entsprechende Mail an die damals um Schlichtung bemühten Fraktionsvorsitzenden Anjes Tjarks (Grüne) und Andreas Dressel (SPD) geschrieben.

Nur durch die Schaffung von Sozialwohnungen könne die vom Bezirk geforderte dauerhafte soziale Mischung im Quartier entstehen, so Landahl. Wenn der Investor seine Mieter frei auswählen dürfe, könne er nach Auslaufen der fünfjährigen Bindung die Miete kräftig erhöhen. "Es ist doch grotesk, dass uns Egoismus vorgeworfen wird, wo doch der Investor hier Rendite macht und kräftig verdienen wird." Die Auszählung der Stimmen des Bürgerentscheides beginnt am Freitag, ein Ergebnis wird spätestens für Mittwochabend erwartet.