Kritik von Anwohnern

In Groß Borstel sollen 400 neue Wohnungen gebaut werden

Zukunftsvision der Heitmann-Montúfar-Architekten: So könnte das ehemalige Strüver-Gelände aussehen

Zukunftsvision der Heitmann-Montúfar-Architekten: So könnte das ehemalige Strüver-Gelände aussehen

Foto: Heitmann-Montúfar-Architekten/Visualisierung

Stadtplaner und Architekten stellten den Entwurf für das Projekt Groß Borstel 31 vor. Pläne stoßen bei Anwohnern auf Kritik.

Hamburg.  Ein Stadtteil auf Wachstumskurs: Auf dem ehemaligen Strüver-Gelände könnten ab 2019 rund 400 neue Wohnungen entstehen. Stadtplaner und Architekten haben nun den Entwurf für das Projekt Groß Borstel 31 in der Götze-Schule vor 200 Gästen vorgestellt. Doch die Anwohner haben Bedenken.

Bislang ist das Gelände an Tarpenbek, Niendorfer Weg, Stavenhagenstraße und Papenreye als Industriegebiet ausgewiesen. Ab den 1970er-Jahren ging der Strüver-Aggregatebau jedoch zurück. Inzwischen stehen über 30 Prozent der Maschinenhallen leer, einige Gewerbebetriebe konnten sich im nördlichen Bereich neu ansiedeln.

Anwohner befürchten Verkehrschaos

Nach dem Verkauf des Geländes wird zunächst der Flächennutzungsplan umgewidmet. Viergeschossige Wohnbauflächen sieht er künftig im südlichen Teil vor. Ein sechsgeschossiges „Hybridgebäude“, mit Gewerbe im Erdgeschoss und Wohnungen darüber, soll die Gewerbeflächen im Norden „abriegeln“ und als Schallschutz fungieren. Reste des Petersenparks bleiben erhalten, unter größtmöglicher Schonung der rund 400 Bäume: In einem Grünzug entlang der Tarpenbek und zwischen den Gebäuden, die mit Tiefgaragen versehen werden.

Der geplante zweite Wanderweg an der Tarpenbek stieß in einer konstruktiven Diskussion allerdings auf Kritik. Ebenso befürchten Anwohner ein zunehmendes Verkehrschaos durch motorisierte Neubewohner. Ein Verkehrsgutachten steht noch aus.

Gesamtkonzept in Sachen Verkehr sei unerlässlich

Hans-Heinrich Nölke begrüßt die Planungen und lobt die vorgesehene Parkanlage als grünes Band bis hin zu Peemöllers Garten. „Doch jetzt ist endlich ein strategisches Gesamtkonzept in Sachen Verkehr unerlässlich“, mahnte Nölke. Denn schon jetzt seien die täglichen Dauerstaus in der Borsteler Chaussee unerträglich.

Auch Ulrike Zeising befürwortet Groß Borstel 31. Erforderlich sei allerdings die rechtzeitige Bereitstellung einer „mitwachsenden“ Infrastruktur: „Wir brauchen Kitas, Schulen, einen verbesserten ÖPNV“, forderte die Vorsitzende des Kommunalvereins Groß Borstel auch mit Blick auf 400 geflüchtete Menschen in der Unterkunft Papenreye und demnächst Tausende neue Nachbarn und Anwohner am Tarpenbeker Ufer.