Groß Borstel

Pehmöllers Garten wird zur Unterkunft für 400 Flüchtlinge

Bezirksamt stellt Pläne für historische Gartenanlage vor. Für drei nahegelegene Erstaufnahmeeinrichtungen ändert sich einiges.

Hamburg. In Pehmöllers Garten in Groß Borstel soll bis Ende 2017 eine neue Flüchtlingsfolgeunterkunft für 400 Bewohner entstehen. Die entsprechenden Pläne für die historische Gartenanlage stellte das Bezirksamt Nord am Montagabend im Stadtteil vor. Auf dem Grundstück, das die Stadt im Oktober 2015 von einem privaten Eigentümer gekauft hat, war anfänglich eine Unterkunft für 600 bis 700 Flüchtlinge geplant. Nach einer Reihe von Gesprächen zwischen dem Bezirk und zahlreichen Institutionen einigte man sich auf 380 bis 400 Plätze.

Geplant sind nach Angaben von Andrea Stoltmann vom Zentralen Koordinierungsstab Flüchtlinge (ZKF) fünf viergeschossige sowie ein dreigeschossiges Gebäude mit Ein-, Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Betrieben werden soll die Folgeunterkunft von Fördern & Wohnen. Geplanter Baubeginn sei Mai 2017, die Inbetriebnahme sei für Ende 2017 angedacht, sagte Stoltmann.

Containerdorf an der Niendorfer Straße wird 2017 geschlossen

Unzufriedenheit herrscht im Stadtteil und auch bei der Infoveranstaltung in der Kirche St. Peter darüber, dass sich die Situation durch die Vereinbarung des Senats mit der Initiative "Hamburg für gute Integration" doch grundsätzlich geändert habe. "Wir haben zu einer Zeit zugestimmt zu, als es noch keinen Vertrag gab", sagt Hans-H. Nölke, 1. Vorsitzender des Kommunal-Vereins Groß Borstel. Man sei schon sehr überrascht, dass offenbar jene, "die sich rebellisch gegeben haben, nun besser gestellt werden". Denn bei Neuplanungen soll es nur noch kleine Unterkünfte für bis zu 300 Menschen geben.

Bei den Plänen für Pehmöllers Garten handelt es sich nach Angaben von Stoltmann aber um eine bestehende Planung, daher die Zahl von 400 Flüchtlingen. Geplant sei, etwa 100 Bewohner aus einer Container-Unterbringung in der Borsteler Chaussee künftig in Pehmöllers Garten unterzubringen. Zudem kündigte Andrea Stoltmann vom ZKF Änderungen für drei nahegelegene Erstaufnahmeeinrichtungen im Bezirk Eimsbüttel an: Demnach werde das Containerdorf an der Niendorfer Straße mit 240 Plätzen im Juni 2017 geschlossen, die Erstaufnahme an der Schmiedekoppel in Niendorf soll von 550 auf 400 Plätze reduziert werden, das Flüchtlingscamp an der Papenreye soll Ende 2017 um 300 Plätze reduziert werden. Die aktuelle Belegungszahl nannte sie nicht.

Derzeit gibt es in Hamburg nach Angaben von Stoltmann 112 Standorte öffentlicher Folgeunterbringungen mit insgesamt 23.690 Plätzen.