Nacht-Landungen

Hamburg droht Airlines mit höheren Strafgeldern

Der Hamburger Flughafen (Archivbild)

Der Hamburger Flughafen (Archivbild)

Foto: Waldmüller / imago

Immer mehr Lärm-Beschwerden am Hamburger Flughafen. Senator Horch und der Kieler Wirtschaftsminister Meyer wollen handeln.

Hamburg.  Die Politik reagiert auf die stark gestiegene Zahl an Starts und Landungen zwischen 23 und 24 Uhr am Hamburger Flughafen. Zwar werden jetzt schon erhöhte Entgelte für verspätete Maschinen erhoben. Aber: „Ich schließe nicht aus, dass diese – natürlich mit Augenmaß – noch erhöht werden“, sagte Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) im Abendblatt-Doppelinterview mit seinem schleswig-holsteinischen Ressortkollegen Reinhard Meyer. Der SPD-Politiker aus dem Nachbarland wurde noch deutlicher. Der Airport müsse alles unternehmen, um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten. „Dazu gehört sicher, die Preise für Landungen nach 23 Uhr weiter zu erhöhen“, sagte Meyer.

Am Hamburger Flughafen herrscht regulärer Betrieb zwischen 6 und 23 Uhr. Verspätete Jets dürfen noch bis Mitternacht starten und landen, müssen dann allerdings mehr bezahlen. Beispielsweise zahlt eine Fluglinie für einen Airbus A319 laut Hamburg Airport statt 978 Euro zwischen 22 und 23 Uhr durch die Verspätung 1565 Euro, für eine lautere Boeing 777-300 werden 8132 statt 5082 Euro fällig. Von Mai bis Juli gab es 323 späte Flugbewegungen, das war ein Plus von rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Der Anstieg ist besonders pikant, weil der Flughafen Ende April eine Pünktlichkeitsoffensive startete mit dem Ziel, genau diese Verspätungen abzubauen. Die Zahl der Anwohner-Beschwerden stieg deutlich an. Eine Verlagerung des Flughafens nach Kaltenkirchen, wie früher geplant, schloss Horch aus. Die Idee sei tot, sagte er.

Bei der Elbvertiefung zeigte sich Hamburgs Wirtschaftssenator hingegen „sehr optimistisch“, dass das Bundesverwaltungsgericht Ende des Jahres grünes Licht für die Fahrrinnenanpassung geben werde. „Letztlich wird in Leipzig mit der Elbvertiefung auch über die Zukunftsfähigkeit Deutschlands entschieden.“ Mit dem Urteil werde der Weg gewiesen, ob große Infrastrukturprojekte überhaupt noch umgesetzt werden können.