Santa Fu

Nach Hinweis auf Geiselnahme: MEK-Einsatz in Santa Fu

Auf dem Gelände waren Knallgeräusche zu hören. Mobiles Einsatzkommando eilt zu Hilfe. Seit Mittwoch wird Santa Fu durchsucht.

Hamburg. Nach einem anonymen Hinweis auf eingeschleuste Waffen und eine bevorstehende Geiselnahme sind in der Nacht zu Sonnabend Einsatzkräfte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) in der JVA Fuhlsbüttel angerückt. Bereits seit Dienstag, als der Hinweis eingangen waren, konnten die Gefangenen ihre Zellen nicht mehr verlassen.

Die Anstaltsleitung hatte aus Sicherheitsgründen einen sogenannten Totaleinschluss angeordnet. Seit Mittwochmorgen durchsuchen die zentrale Revisionseinheit der Justizbehörde sowie Polizisten das Gefängnis und das weitläufige Gelände.

Noch ist JVA-Gelände nicht vollständig abgesucht

In der vergangenen Nacht spitzte sich die Lage noch einmal zu. „Aufgrund von Knallgeräuschen hat die Anstalt heute Nacht die Polizei hinzugezogen“, sagt Thomas Baehr, Sprecher der Justizbehörde. „Nach dem Hinweis von Dienstagabend hat sich der Betrieb in der JVA Fuhlsbüttel noch nicht wieder vollständig normalisiert. Es sind noch nicht alle Teile des circa zwölf Hektar großen Geländes durchsucht.“

Nach einer Lagebewertung sei daher entschieden worden, dass der Aufschluss auf einer Station vorsorglich durch die besonders ausgerüsteten Kräfte des MEK durchgeführt wird. Der MEK-Einsatz sei mittlerweile beendet. Gegenwärtig liefen noch weitere Untersuchungen. „Die für heute vorgesehenen Besuche finden wie geplant statt“, sagt Baehr. Auch dürften die Insassen sich wieder im Freien aufhalten. Seit Donnerstagnachmittag würden die Einschränkungen nach und nach aufgehoben.

Waffen wurden bisher nicht gefunden, die Ermittlungen laufen noch. In dem Gefängnis sind 287 Menschen inhaftiert, die ebenfalls auf dem Gelände befindliche sozialtherapeutische Anstalt hat 107 Insassen.