Hamburger Gefängnisse

Dutzende Gefangene kommen zu Weihnachten vorzeitig frei

Ein Gefangener in einer Justizvollzugsanstalt (Symbolbild)

Ein Gefangener in einer Justizvollzugsanstalt (Symbolbild)

Foto: Patrick Seeger / dpa

Um vorzeitig aus der Haft freizukommen, gilt es strenge Kriterien zu erfüllen. In „Santa Fu“ stehen indes die Zellentüren länger offen.

Hamburg.  Von der diesjährigen Weihnachtsamnestie in Hamburg haben in diesem Jahr bereits 30 Strafgefangene profitiert. Sie wurden vorzeitig aus der Haft entlassen, wie die Justizbehörde mitteilte. Die Betroffenen ersparten sich aufgrund der Gnadenerweise zwischen vier und 44 Tage hinter Gittern, im Schnitt waren es 24.

Nicht alle Anträge auf vorzeitige Entlassung genehmigt

Es könnten aber immer noch Anträge auf vorzeitige Entlassung gestellt werden, sagte die Sprecherin der Behörde, Marion Klabunde. Bislang gingen 39 bei der Gnadenabteilung ein, aber nicht alle wurden genehmigt.

Gefangene müssten dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So müssen sie mindestens seit dem 21. September in Haft sein, ihr regulärer Entlassungstermin muss vor dem 6. Januar liegen und ihre Sozialprognose günstig sein. Wer wegen Gewalt-, Drogen- oder Sexualdelikten einsitzt, ist von der Gnade ausgeschlossen.

Zellentüren stehen zu Weihnachten länger offen

Ende November saßen in den Hamburger Gefängnissen 1038 Strafgefangene. Zudem verbüßten 45 junge Menschen eine Jugendstrafe, sieben Jugendliche einen Arrest und 24 Schwerverbrecher befanden sich nach Verbüßung ihrer Strafe in Sicherungsverwahrung. 465 Menschen warteten in Untersuchungshaft auf eine Entscheidung der Justiz.

Wer nicht vorzeitig freikommt, braucht dennoch nicht gänzlich auf Weihnachten zu verzichten. Es gebe in allen Gefängnissen ein Festessen, das von Anstalt zu Anstalt unterschiedlich ausfalle, sagte Klabunde. Die Gefängnisseelsorger feierten zu Heiligabend Gottesdienste. In der JVA Fuhlsbüttel wird zudem eine sogenannte Kinderweihnachtsfeier veranstaltet. Daran können Gefangene mit ihren Kindern und Frauen teilnehmen.

Auch die Zellentüren werden zu Weihnachten etwas länger offengelassen. Päckchen mit Lebensmitteln sind in „Santa Fu“ allerdings tabu. „Es gibt keinen Butterstollen von Oma“, sagte die Sprecherin.