Dulsberg

Revolverheld unterstützt arme Kinder in Hamburg

Revolverheld-Frontmann Johannes Strate (2.v.r.) wirbt seit einem Jahr als Botschafter für das SOS-Kinderdorf

Revolverheld-Frontmann Johannes Strate (2.v.r.) wirbt seit einem Jahr als Botschafter für das SOS-Kinderdorf

Foto: Getty Images

Die Rockband unterstützt das SOS-Kinderdorf in Dulsberg. Frontmann Johannes Strate begeistert die Idee, Kindern zu helfen.

Hamburg. Unter dem Titel „Musik-Kinder-Dulsberg“ startet das SOS-Kinderdorf in Hamburg-Dulsberg im September ein Musikprojekt für Kinder aus armen Familien. Unterstützung kommt von der Rockband „Revolverheld“. Frontmann Johannes Strate wirbt seit einem Jahr als Botschafter für das SOS-Kinderdorf. „Mich begeistert die Idee, Kindern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, eine neue Chance und eine glückliche Kindheit zu bieten“, sagte Strate am Montag bei der Vorstellung des Projekts.

Der Stadtteil Dulsberg zwischen Barmbek und Wandsbek zählt zu den ärmeren Quartieren Hamburgs. In dem Musikprojekt erhalten Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren Einzel- und Kleingruppenunterricht auf Cajón (Kistentrommel) und Flöte. Für Ein- bis Fünfjährige wird musikalische Früherziehung angeboten. Gitarren- und Keyboard-Kurse sollen bald folgen. Die Angebote sind im ersten Monat kostenfrei, anschließend kosten die Kurse acht Euro monatlich pro Kind. Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit einer Kostenbefreiung. Gesucht werden weiterhin Geldspenden, Instrumente und Musiklehrer.

„Musik verbindet auch ohne Sprache“

Auf Konzerten, durch den Verkauf privater Fotografien und beim Promispecial des Quizduells unterstützen die vier Bandmitglieder seit einem Jahr das SOS-Kinderdorf. Eine Spendensumme von 15.500 Euro ist dabei zusammengekommen. Frontmann Strate bekannte, dass er als Kind im niedersächsischen Worpswede den Kindergarten im SOS-Kinderdorf besucht hat.

Viele Kinder in Dulsberg hätten nicht die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, weil in den Familien Musik keine große Rolle spielt oder weil das Geld dafür fehlt, sagte Stefan Woywode, Bereichsleiter des SOS-Familienzentrums. „Musik verbindet auch ohne Sprache und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Integration“, ergänzte Revolverheld-Gitarristen Niels Grötsch.

Im Mai vorigen Jahres wurde das SOS-Kinderdorf in Dulsberg eröffnet. Es versteht sich als offener Anlaufpunkt für den Stadtteil, um ein nachbarschaftliches Miteinander zu fördern. Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenslagen finden hier Beratung und Betreuung. Mit ambulanten Hilfen ist das SOS-Kinderdorf bereits seit 30 Jahren in Dulsberg aktiv.