Ruine am Bahnhof

Hier reißen Bagger den Hertie-Klotz von Barmbek ab

Die Entkernung ist zu Ende, nun rollen endlich die Bagger an: Die Reste des Hertie-Kaufhauses in Barmbek werden abgerissen, der „Schandfleck“ am S-Bahnhof verschwindet.

Hamburg. Anfang August begann die Entkernung, nun startet endlich der tatsächliche Abriss: Bagger haben in dieser Woche begonnen, die Hertie-Ruine am Barmbeker S-Bahnhof abzureißen. Viele Schaulustige beobachteten das Schauspiel und sind erleichtert, denn der seit 2009 leer stehende Bau war lange der „Schandfleck“ an dem Bahnhof. Mit der U-Bahn, der S-Bahnhaltestelle und vielen Buslinien wird er jeden Tag von vielen Hamburgern besucht.

„In der ersten Septemberwoche rollt der Bagger an“, hatte Tim Seidel, Geschäftsführer des zuständigen Abrissunternehmens TIRS Abbruch und Landbau, Ende Juli versprochen. Somit scheinen die Arbeiten nach Plan zu verlaufen. Bis Oktober soll das Gebäude von oben nach unten abgetragen werden und dann verschwunden sein.

Der Abriss der trostlosen Kaufhaus-Ruine war immer wieder verschoben worden. Wie berichtet, ist auf dem ehemaligen Hertie-Gelände zwischen Pestalozzi-, Drossel- und Fuhlsbüttler Straße ein Komplex mit Einzelhandelsflächen geplant.

Direkt nebenan baut die gesetzliche Unfallversicherung VBG ihren neuen Hauptsitz. Mit einer Einkaufspassage, die zwischen den Gebäuden entstehen soll, bilden die beiden Vorhaben das Herzstück des neuen Zentrums von Barmbek-Nord.

Wann jedoch mit einem Neubau an der Stelle begonnen wird, ist derzeit noch völlig offen: Zuletzt war der Kaufvertrag über das Hertie-Grundstück zwischen dem Projektentwickler, der Düsseldorfer Development Partner AG (DP), und der Insolvenzverwaltung der Arcandor AG, die über die Hertie-Grundstücke verfügt, geplatzt. Nur zwei Flächen in dem geplanten Neubau waren vermietet. „Städtebauliche Verträge mit dem Bezirk sowie nachbarschaftliche Verträge mit der gesetzlichen Unfallversicherung VBG, die nebenan ihren neuen Hauptsitz baut, konnten bislang nicht abgeschlossen werden“, sagt DP-Sprecher Ralf Bettges zuletzt.Die Verhandlungen sollen nun laut dem Bezirksamt Nord vollständig eingestellt worden sein.

Das fünfstöckige VBG-Gebäude, das der Hamburger Projektentwickler ECE errichtet, soll dagegen Anfang 2016 bezugsfertig sein. Wann hingegen der Ersatz für das Hertie-Gebäude steht, ist nun wieder völlig offen.