Kulturzentrum

Die Barmbeker Zinnschmelze bekommt jetzt ein neues Gesicht

Im Juli beginnt die Umgestaltung des Kulturzentrums neben dem Museum der Arbeit am Barmbeker Bahnhof. Ein Anbau soll die "Zinne" zu einem "lebendigen Jugendtreff" machen.

Hamburg. Die nächste sichtbare Veränderung neben dem Barmbeker Bahnhof bahnt sich an: Auf dem alten Fabrikhof neben dem Museum der Arbeit ist die Umgestaltung des Bert-Kaempfert-Platzes bereits in vollem Gange, nun bekommt auch die Zinnschmelze ihr lang ersehntes neues Gesicht. Ab Juli wird das Kulturveranstaltungszentrum vergrößert. Ein Anbau mit einem Theatersaal, in dem bis zu 200 Gäste Platz finden, soll aus der „Zinne“ einen „lebendigen Jugendtreff“ machen. Bis Sommer 2014 soll die Umgestaltung abgeschlossen sein, im Herbst dann die Spielzeit im neuen Jugendtheater beginnen.

Die unter Denkmalschutz stehende Zinnschmelze lässt der Bezirk Hamburg-Nord durch einen Anbau ergänzen. „Der Neubau soll den industriellen Charakter des alten Gebäudes erhalten“, sagt Karin Loose, verantwortliche Projektleiterin beim Hamburger Büro LRW-Architekten und Stadtplaner. „Eine Glasverbindung in der Mitte soll beide Gebäude zu einer Einheit verschmelzen lassen.“ Dafür wurden das Satteldach und die Kubusform der alten Zinnschmelze auch auf den Anbau übertragen. Verkleidet werden soll dieser mit einer Kupferfassade.

Im Inneren bietet der Anbau auf mehreren Ebenen Platz für einen Multifunktionssaal für bis zu 200 Besucher, Gruppen- und Proberäume sowie Büros. „Die Besonderheit ist, dass wir den Theatersaal unter die Erde verlegen“, so Loose. So könne der begrenzt zur Verfügung stehende Raum optimal genutzt werden. Vom Anbau führt zudem eine Treppe hinaus in den Museumshof. „Auch diese lässt sich für Theateraufführungen bespielen“, erklärt Loose.

Der bestehende Bau der Zinnschmelze wird ebenfalls umgestaltet. So wird das Theaterdeck im ersten Obergeschoss vergrößert. Der Gastronomiebetrieb wird modernisiert, der Bistrogarten soll künftig 100 Gästen Platz im Freien bieten. „Auch an nachhaltige Energienutzung haben wir gedacht“, sagt Loose. Per Erdwärme soll das Gebäude im Winter beheizt und im Sommer gekühlt werden können. Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro. Einen Großteil davon übernimmt die Städtebauförderung aus den Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), einen Teil steuert die Stadt Hamburg bei.