Luftqualität

Rekordwerte: Stickoxid-Alarm in Hamburg-Nord

Eine Anfrage an die Umweltbehörde hat ergeben, dass die Stickoxidwerte im Bezirk Hamburg-Nord in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind. CDU kritisiert Verkehrspolitik des SPD-Senats.

Hamburg. Die Stickoxid-Belastung im Bezirk Hamburg-Nord ist deutlich gestiegen. Das ergab die Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion an die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU). Besonders die Messdaten der Verkehrsmessstation an der Habichtsstraße belegen die Entwicklung: Wurden 2009 noch 72 Mikrogramm Stickstoffmonoxid pro Kubikmeter Luft gemessen, waren es 2012 schon 81. Der Stickstoff-Dioxid-Wert stieg im selben Zeitraum von 63 auf 64 Mikrogramm pro Kubikmeter. Laut Angaben der Bezirks-CDU handle es sich dabei um ein „trauriges Rekordhoch“ des giftigen Gases, dass als unerwünschtes Nebenprodukte bei Verbrennungsprozessen mit hohen Temperaturen, zum Beispiel in Kraftfahrzeugmotoren und Kraftwerken, entsteht. Das Reizgas greift die Schleimhäute der Atmungsorgane an und begünstigt Atemwegserkrankungen.

Weiter ergibt die Antwort auf die Anfrage, dass die Stickoxid-Belastung in den innenstadtnahen Gebieten wie Hohenfelde, Uhlenhorst und Barmbek-Süd mit 23 bis 28 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft am höchsten ist. In den Bereichen an beidseitig dicht bebauten Hauptverkehrsstraßen könne es laut BSU zu lokal erhöhten Belastungen kommen.

Auf die Frage, welche Maßnahmen zur Minimierung der Werte getroffen wurden, verweist die BSU auf den Luftreinhalteplan, den der Senat Ende 2012 beschlossen hatte. Zahlreiche Maßnahmen dieses Plans würden auch Gebiete aus dem Bezirk Nord betreffen. Genannt wird unter anderem die Verbesserung und Ausweitung P&R-Anlage am U-Bahnhof Ochsenzoll.

Der Umwelt- und Verkehrspolitische Sprecher der CDU-Bezirksfraktion Christoph Ploß äußerte sich bereits kritisch auf Antwort der BSU: „Die zunehmende Luftverschmutzung ist die Quittung für die verfehlte Politik des SPD-Senats im Umwelt- und Verkehrsbereich. Wer beispielsweise eine Stadtbahn als Verkehrsmittel ablehnt und stattdessen auf Busse setzt, steuert die Stadt umwelt- und verkehrspolitisch in die falsche Richtung“.