Neue Radarkontrolle

Das ist Hamburgs neuer Teilzeit-Blitzer vom Jungfernstieg

V.l.: Der stellvertretende Leiter der Verkehrsdirektion Karsten Wegge, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Pressesprecher Timo Zill vor dem neuen Messgerät an der Alster

V.l.: Der stellvertretende Leiter der Verkehrsdirektion Karsten Wegge, Polizeipräsident Ralf Martin Meyer und Pressesprecher Timo Zill vor dem neuen Messgerät an der Alster

Foto: Michael Arning

Die Polizei nimmt neue Messgeräte an der Alster in Betrieb. Manchmal bleiben die 24.000-Behälter aber leer – und dienen als Attrappe.

Neustadt. Ist jetzt Schluss mit der Raserei auf dem Jungfernstieg? Die Polizei hat am Freitag den ersten Blitzer in Betrieb genommen. Zwei Messgeräte sollen künftig in Höhe des Alsterhauses die Geschwindigkeit der Autofahrer überwachen. Heute folgt der Anschluss der zweiten Blitzeranlage in Fahrtrichtung Ballindamm/Europa-Passage. Dort wurde am Freitag noch an den Pflastersteinen gearbeitet.

Ziel ist es, die meist nächtlichen, illegalen Rennen, die sich häufig junge Fahrer in Sportwagen von Ampel zu Ampel liefern, zu unterbinden. Vor allem am Wochenende wurde der Jungfernstieg in der Vergangenheit regelmäßig zur Rennstrecke.

Der Blitzer misst die Geschwindigkeit per Laser. Fährt jemand zu schnell, wird ein roter Blitz ausgelöst. Da es sich um ein mobiles Messgerät handelt, wird die Geschwindigkeit aber nicht durchgehend wie bei einem festen Blitzer überwacht. Karsten Wegge, der stellvertretende Leiter der Verkehrsdirektion, sagt: „Die Messcontainer werden zu unregelmäßigen Zeiten mit den Messgeräten bestückt.“ Dies bedeutet auch, dass die Container zeitweise lediglich Attrappen sind – und dennoch abschreckend auf Autofahrer wirken sollen.

Die Polizei prüft neben den Blitzern noch weitere Maßnahmen am Jungfernstieg

Die etwa 1,80 Meter hohen Messcontainer sind rund, grau und aus Stahl. Beide kosteten jeweils 10.000 Euro. Sie waren ursprünglich für die A-7-Baustelle im Hamburger Westen vorgesehen. Dort sind sie jedoch aus unterschiedlichen Gründen nicht einsetzbar. Die Messtechnik, mit denen die Container bestückt werden, hat einen Wert von 40.000 Euro pro Stück, musste aber ebenfalls nicht neu angeschafft werden. Lediglich der Aufbau der Container samt Aufreißen und Wiedereinbau des Pflasters kostete pro Straßenseite 12.000 Euro, so dass die Polizei Hamburg insgesamt 24.000 Euro neu investiert hat.

Wenn die Geräte also in den Messcontainern am Jungfernstieg eingebaut sind, verfügen die mobilen Kontrollen der Hamburger Polizei über zwei Messgeräte weniger. Die Vorteile gegenüber einer mobilen Kontrolle überwiegen dennoch: „Eine mobile Kontrolle ist aufwendiger, dies fängt bereits beim Personal an. Außerdem ist es schwierig, am Jungfernstieg einen geeigneten Standort hierfür zu finden, ohne den Gehweg oder Ähnliches zu blockieren“, sagt Wegge.

Polizeipräsident Ralf Meyer zeigte sich zufrieden: „Mit dieser schnellen Maßnahme haben wir mit kleinem Aufwand ein klares Signal gegen die Rennen am Jungfernstieg gesetzt. Dies ist jedoch nur der erste Schritt gegen das Protzverhalten junger Erwachsener, die abends ihre Motoren aufheulen lassen. Wir werden in Zukunft auch noch weitere Möglichkeiten prüfen.“ (hpnic)