Hamburger City

Die Gänsemarkt-Passage ist bald Geschichte

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Die tannengrüne Gänsemarkt-Passage wird zurzeit abgerissen. Im Februar 2023 ist sie Geschichte.

Die tannengrüne Gänsemarkt-Passage wird zurzeit abgerissen. Im Februar 2023 ist sie Geschichte.

Foto: THORSTEN AHLF / FUNKE FOTO SERVICES

Der Abriss des Shopping-Centers im Herzen der Stadt hat begonnen. Was den Neubau so besonders macht.

Hamburg.  Vor gut einem Monat hat die Gänsemarkt-Passage ihren 43. Geburtstag gefeiert – es war ihr letzter. Älter wird sie nicht. Die Bagger sind jetzt angerückt und haben mit dem Abriss des am 18. Oktober 1979 eröffneten Shopping-Centers im Herzen der City begonnen.

Wer sich die Baustelle am Gänsemarkt in Hamburg anschaut, der erkennt gleich, dass Passagen-Eigentümerin Signa Real Estate, die zum Firmengeflecht des österreichischen Immobilienmoguls René Benko gehört, mit dem Rückbau keine Zeit verschwenden will. Bis Februar 2023 soll der Abriss dauern, rund 70.000 Tonnen Schutt müssen abgeräumt werden, sagt Signa-Sprecher Sebastian Schmidt. Es folgt etwa ein Jahr lang der Aushub der Baugruben und Anfang 2024 der Spatenstich. Die Eröffnung sei für Ende 2025 geplant.

Gänsemarkt: Neubau ist 17.000 Quadratmeter groß und kostet 250 Millionen Euro

Das Ensemble wird dann auf 17.000 Quadratmetern Wohnungen, Gastronomie und verschiedene Manufakturen beherbergen. „Es wird vielfältiger, es wird bunter und es kommt uns auch auf die Mischung der Nutzung dort an. Künftig wird man dort auch wohnen können und arbeiten. Dadurch entstehen natürliche Frequenzen, die dann buntes Treiben ermöglichen“, sagt Signa-Chef Timo Herzberg.

Der Komplex zwischen Colonnaden und Gänsemarkt wird auch mit seinen Innenhöfen bestechen, die mit Tageslicht versorgt werden. Ganz grundsätzlich soll der 250 Millionen Euro teure Neubau dem traditionsreichen Platz neues Leben einhauchen. Der Entwurf stammt von den Hamburger Architekten BiwerMau.

Gänsemarkt: Block House zieht 2023 in das benachbarte Deutschlandhaus

Das neue, mehrgeschossige Gebäude besteht aus drei Baukörpern; im Erdgeschoss werden die opulenten Tordurchgänge im Zusammenspiel mit den lichten Höfen ins Auge fallen. Hier soll eine „attraktive Gastronomie- und Gewerbelandschaft“ entstehen, so Schmidt. In den Obergeschoßen seien „flexibel bespielbare Büroflächen“ geplant und im rückwärtigen Dachgeschoss Außenterrassen, die „einen freien Blick über die Dächer zur Binnenalster bieten“. Erhalten bleiben die beiden denkmalgeschützten Altbauten an den Colonnaden. Sie werden saniert.

Über der Gänsemarkt-Passage aber schwebt die Abriss-Birne. Die letzten Mieter mussten Ende März ausziehen. Als sie Ende 1979 eröffnete, galt die Passage als das Modernste, was an gewerblichen Interessen ausgerichtete Architektur zu bieten hatte. Ein Shopping-Paradies auf drei Ebenen, das zum mondänen Bummel durch Pelz-, Schmuck- und Modeläden einlud. Einen prägenden Eindruck hinterließ das Block House Restaurant im ersten Geschoss. Es eröffnet 2023 neu im benachbarten Deutschlandhaus.

Anfangs war der Name „Lessinghöfe“ für den Neubau im Gespräch. Die Signa hat sich anders entschieden: Das Projekt heißt jetzt schlicht „Am Gänsemarkt“.