Wilhelmsburg

Mehrere Corona-Infektionen: Altenheim in Hamburg evakuiert

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Nicht infizierte Senioren werden aus dem Altenheim in Wilhelmsburg abgeholt.

Nicht infizierte Senioren werden aus dem Altenheim in Wilhelmsburg abgeholt.

Foto: André Zand-Vakili

Etwa 60 Bewohner des Seniorenheims haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Somit ist jede fünfte Einrichtung der Stadt betroffen.

Hamburg. Erneut ist es in einem Hamburger Altenheim zu einem Ausbruch des Coronavirus gekommen. Der Erreger Sars-CoV-2 hat sich bereits seit Ende März unter rund 70 Bewohnern und Mitarbeitern des KerVita Senioren-Zentrum "Am Inselpark" in Wilhelmsburg verbreitet. Fünf Bewohner sind verstorben. Nach einem Amtshilfeersuchens der Hamburger Gesundheitsbehörde rückte die Feuerwehr am Freitagnachmittag zu einem Großeinsatz aus, um das Seniorenheim teilweise zu evakuieren.

Die Beamten verfolgten dabei das Ziel, die an Covid-19 Erkrankten mit den negativ Getesteten strikt zu trennen. Deshalb wurden rund 30 nicht infizierte Rentner freiwillig aus dem Gebäude geholt und in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Dort sollen sie nun zwei Wochen in Quarantäne medizinisch betreut werden. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, teilte die Gesundheitsbehörde auf Abendblatt-Anfrage mit.

Corona in jedem fünften Altenheim in Hamburg

Die positiv auf das Virus getesteten Bewohner bleiben vorerst isoliert in dem Altenheim, sofern die Symptome der Lungenerkrankung nicht stärker werden. Das KerVita Senioren-Zentrum "Am Inselpark" ist bereits das 28. von 150 Pflegeheimen in Hamburg, in dem das Coronavirus ausgebrochen ist – somit ist jede fünfte Einrichtung der Stadt betroffen. Insgesamt haben sich 287 Bewohner mit dem Virus infiziert.

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Hamburg verschärft Maßnahmen in Altenheimen

Vor dem Hintergrund eines Anstiegs von Covid-19-Erkrankungen in Hamburger Altenheimen hat die Gesundheitsbehörde die Vorsichtsmaßnahmen verschärft. Neben dem bereits bestehenden Besuchsverbot wurden die Präventions- und Hygienevorschriften erweitert, teilte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Freitag mit. So seien Pflegeeinrichtungen nun verpflichtet, notwendige Vorbereitung auf einen Corona-Ausbruch zu treffen.

Zudem wurden die Voraussetzungen für die Einweisung und Rücküberweisung von zu Pflegenden zwischen Pflegeeinrichtungen und Krankenhaus geregelt. Des Weiteren müssen sich Bewohner und Mitarbeiter der Seniorenheime beim Auftreten einer Infektion umfassend testen lassen.

Corona: Altenheime müssen Bewohner aufnehmen

Krankenhäuser sollen künftig vorab informiert werden, wenn es in der Pflegeeinrichtung, aus der ein Patient kommt, eine Häufung von Coronafällen oder Lungenentzündungen gibt, so die Behörde. Eine Häufung liege vor, wenn es zwei oder mehr Fälle gebe. Eine Behandlung dürfe jedoch nicht abgelehnt werden.

Zugleich bleiben Wohn- und Pflegeeinrichtungen verpflichtet, Neuaufnahmen vorzunehmen. Vor einer Aufnahme soll jedoch durch Testungen so weit wie möglich sichergestellt werden, dass kein an Covid-19 Infizierter aufgenommen wird.

( wal )