Hamburg

Nach Böllerverbot: Experten warnen vor illegalem Feuerwerk

Hamburg: Rund um Jungfernstieg und Binnenalster sind Feuerwerkskörper Silvester 2019/2020 verboten.

Hamburg: Rund um Jungfernstieg und Binnenalster sind Feuerwerkskörper Silvester 2019/2020 verboten.

Foto: Picture Alliance

Zum ersten Mal ist die Binnenalster zu Silvester tabu für Böller und Raketen. Experten warnen vor Gefahren illegaler Silvesterknaller.

Hamburg.  Zum ersten Mal hat die Hamburger Polizei zu Silvester verboten, Böller und anderes Feuerwerk rund um die Binnenalster zu zünden. Das Verbot umfasst alle pyrotechnischen Artikel – mit Ausnahme von harmlosen Gegenständen wie Knallerbsen oder Wunderkerzen.

Das Verbot gilt vom 31. Dezember, 18 Uhr, bis 1. Januar, 1 Uhr, und erstreckt sich auf die Straßen Jungfernstieg, Neuer Jungfernstieg, Lombardsbrücke und Ballindamm. Ähnliche Verbote gibt es bereits in Hannover und Köln.


Experten haben nun generell vor den Gefahren illegaler Silvesterknaller gewarnt. Diese pyrotechnischen Produkte reagierten häufig viel heftiger als offiziell in Deutschland zugelassene Feuerwerkskörper, sagte Martin Dümmel von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) am Donnerstag. „Wenn es nie geprüft wurde, kann alles passieren.“

Demnach könne etwa die nötige Verzögerungszeit nach dem Anzünden nicht gegeben sein oder der Knaller unvorhergesehen stark reagieren. Der klassische illegale Silvesterknaller sei der Blitzknallkörper, der aus dem europäischen Ausland importiert werde. Er sei das Hauptproblem, sagte Dümmel. Umgangssprachlich ist er auch als „Polenböller“ bekannt.

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Gerade zum Jahresende stellt der Zoll häufig illegale Pyrotechnik sicher. „Besonders die Monate November und Dezember sind die Hochphase“, sagte der stellvertretende Sprecher des Zolls, André Lenz. Im vergangenen Jahr fanden die Beamten rund 370.000 Stück illegale Feuerwerkskörper, 2017 waren es noch rund 150.000 Stück.

Die Angaben seien allerdings grobe Schätzungen des Zollkriminalamtes, da die Behörde keine eigene Statistik für illegale Feuerwerkskörper führe. Die meisten Funde machen die Fahnder den Angaben zufolge entlang der östlichen Grenzen, schwerpunktmäßig entlang der deutsch-polnischen Grenze.