Hamburg

Verfolgungsjagd im Hafen – 19-Jähriger rammt Polizeiauto

Der Heranwachsende flüchtete gefährlich und filmreif durch Hamburgs Süden und durchbrach eine Sperre. Köhlbrandbrücke gesperrt.

Hamburg. Drei Nutzer des Carsharing-Anbieters Car2Go haben sich im Hamburger Hafengebiet eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Nach Polizeiangaben rasten die Männer in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf der Bundesautobahn 1 an einem Streifenwagen vorbei. Sie wechselten auf die linke Spur und beschleunigten stark.

Die Beamten folgten dem Mercedes und wollten ihn an der Anschlussstelle Moorfleet anhalten. Trotz Blaulicht und Haltsignal gab der 19 Jahre alte Fahrer jedoch nach Polizeiangaben weiter Gas und lenkte den Wagen in Richtung der A255. Dabei überholte er etwa einen Lastwagen rechts und nutzte dafür den Standstreifen.

Mehrere rote Ampeln überfahren

An der Anschlussstelle Veddel fuhr der Wagen schließlich zunächst von der Autobahn ab und raste bei Rot über die Kreuzung Veddeler Marktplatz / Peutestraße. In der Folge beschleunigte der Fahrer jedoch wieder auf die A255 in Richtung Süden, fuhr in Georgswerder erneut ab und kurz darauf erneut bei Rot über eine Kreuzung. "Nur durch das umsichtige Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer konnte ein Verkehrsunfall verhindert werden", heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Nach einer Fahrt durch Wilhelmsburg bog der Mann am Steuer am Neuhöfer Damm in Richtung Köhlbrandbrücke. Die Beamten hatte bereits Verstärkung gerufen - mehrere andere Polizeiwagen warteten an der Westrampe.

Auto rammt Streifenwagen

Der 19-Jährige fuhr jedoch weiter mit überhöhter Geschwindigkeit auf den quergestellten Streifenwagen "Peter 47/1" zu. Erst kurz vor einer vollen Kollision wich er aus, kam dabei jedoch gegen einen Kantstein und beschädigte damit sein Vorderrad. In der Folge wurde der Mercedes von einem anderen Streifenwagen eingeholt. Nach Polizeiangaben rammte der Fahrer des Mercedes aber nun plötzlich die linke Seite des Streifenwagens.

Kurz danach flüchteten der Fahrer und sein Beifahrer zu Fuß vom Unfallort. "Auf der Rückbank des Pkw befand sich eine weitere Person, die dort verblieb", sagte ein Polizeisprecher. "Nach kurzer Verfolgung konnte der Fahrer gestellt werden. Der Beifahrer konnte unerkannt flüchten."

Betäubungsmittel und 1200 Euro Bargeld sichergestellt

Bei der anschließenden Durchsuchung des Autos stellten die Beamten Betäubungsmittel sowie rund 1200 Euro in Bar sicher. Der 19-jährige Fahrer und der 18-jährige Mitfahrer wurden festgenommen.

Während der Verfolgungsjagd war die Köhlbrandbrücke rund 1,5 Stunden lang gesperrt.