Bahnhof Altona

Aus eins mach' zwei: Bundespolizei verhaftet Pärchen

Zunächst wurde der 19-Jährige wegen diverser Straftaten verhaftet. Dann suchte seine Freundin nach ihm – sie wurde ebenfalls verhaftet.

Hamburg. Das muss Liebe sein – oder Naivität: Eine 21-Jährige erschien am Dienstagabend gegen 22 Uhr auf dem Revier der Bundespolizei im Bahnhof Altona, um sich nach dem Verbleib ihres Freundes zu erkundigen. Das Rätsel des verschwundenen 19-Jährigen ließ sich schnell lösen: Zwei Stunden vorher war er von Bahnmitarbeitern beim Schwarzfahren erwischt worden, bei der Überprüfung seiner Personalien auf dem Revier stellten die Beamten fest, dass fahren ohne Fahrschein noch sein geringstes Problem war.

Innerhalb von nur drei Monaten soll der Jugendliche ganze 16 Straftaten – von wiederholtem Schwarzfahren über mehrere Diebstahlsdelikte bis hin zu räuberischer Erpressung – begangen haben. Weil er es darüber hinaus weder für notwendig hielt, bei Gericht zur Hauptverhandlung zu erscheinen, noch irgendjemand Offiziellem seinen Aufenthaltsort mitzuteilen, war er zur Festnahme ausgeschrieben worden.

Eine gemeinsame Autofahrt vor längerer Trennung

Logischerweise behielten die Beamten den 19-Jährigen gleich da und harrten seiner Überstellung in die U-Haftanstalt. Noch bevor das passieren konnte, hatte die zwei Jahre ältere Freundin des Delinquenten ihren großen Auftritt auf der Wache: Sie wollte wissen, wo ihr Freund abgeblieben war. Ganz genau da, wo sie sich auch als nächstes wiederfand, nämlich im nur von außen abschließbaren Wartebereich des Bundespolizei-Reviers.

Denn auch gegen die junge Frau lag ein Haftbefehl vor: Nach einer Verurteilung wegen Diebstahls hatte sie eine Geldstrafe nicht gezahlt. Nun erwartet sie eine Ersatzfreiheitsstrafe von 60 Tagen. Immerhin durften die beiden die Fahrt in die Haftanstalt gemeinsam antreten.