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Unterstützer planen Hupkonzert für Deniz Yücel in Hamburg

Mit einem Autokorso wollen Unterstützer von Deniz Yücel am Dienstag in Hamburg demonstrieren (Archivfoto)

Mit einem Autokorso wollen Unterstützer von Deniz Yücel am Dienstag in Hamburg demonstrieren (Archivfoto)

Foto: AXEL SCHMIDT / REUTERS

Der Journalist befindet sich seit fast zwei Wochen in türkischem Polizeigewahrsam. Für Dienstag ist ein Autokorso angekündigt.

Hamburg.  Mit einem Autokorso wollen Unterstützer von Deniz Yücel am Dienstag in Hamburg und neun weiteren Städten gegen die Festnahme des Türkei-Korrespondenten der „Welt“ und für die Freilassung aller in der Türkei inhaftierten Journalisten protestieren. Ähnliche Proteste fanden in den vergangenen Tagen bereits in Berlin und in Flörsheim, der hessischen Heimatstadt von Yücel, statt.

Route führt über Reeperbahn und Jungfernstieg

Die Veranstalter und Betreiber der Facebook-Seite "FreeDeniz" rechnen in Hamburg mit rund 250 Teilnehmern, die mit Autos und Fahrrädern an dem Demonstrationszug unter dem Motto "Korso4Deniz" teilnehmen. Eine entsprechende Veranstaltung wurde am Montag bei der Polizei Hamburg angemeldet.

Start des Hupkonzerts ist laut Veranstalterangaben um 16.30 Uhr an der Glacischaussee. Über die Reeperbahn geht es am St. Pauli Fischmarkt entlang in Richtung Stadthausbrücke und zum Jungfernstieg. Anschließend wollen die Teilnehmer über den Gänsemarkt in Richtung Grindelallee fahren. Über Karolinenstraße und Holstenglacis geht es gegen Ende wieder zurück zur Glacischaussee. Nach Angaben der Polizei kann es auf der Strecke zwischen 17.30 Uhr und 19 Uhr zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Kommt Yücel am Dienstag frei?

Yücel ist der erste deutsche Journalist, der seit Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei in Polizeigewahrsam genommen wurde. Er befindet sich seit fast zwei Wochen in türkischem Polizeigewahrsam. Die türkischen Behörden werfen dem Korrespondenten Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Datenmissbrauch und Terrorpropaganda vor. Der 43-Jährige hat nach Angaben der „Welt“ sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Nach dem derzeit in der Türkei geltenden Ausnahmezustand kann die Polizei Yücel bis zu 14 Tage lang festhalten, bevor er einem Haftrichter vorgeführt werden muss.

Am Dienstag endet demnach eine wichtige Frist: Dann muss der 43-Jährige entweder dem Haftrichter vorgeführt oder freigelassen werden. "Für den Fall, dass Deniz Yücel inhaftiert bleibt, werden Freund/innen, Kolleg/innen und Unterstützer/innen am Dienstagnachmittag mit verschärften Autokorsos in zahlreichen Städten deutlich machen, dass ihre Geduld am Ende ist", teilten die Veranstalter von "Korso4Deniz" mit. "Kommt er frei, gibt es Jubelkorsos für Deniz, aber auch lautstarken Protest gegen die Verfolgung von Journalisten in der Türkei."

Weitere Hupkonzerte sind am Dienstag unter anderem in Hannover, Bremen, Berlin und Köln geplant.