Hamburg

Hunderte Teilnehmer bei Demo gegen Trump-Erlass erwartet

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Daniel Schaefer
Wie hier am San Francisco International Airport in Kalifornien wollen am Dienstag auch Hunderte Hamburger gegen den Erlass von Donald Trump demonstrieren

Wie hier am San Francisco International Airport in Kalifornien wollen am Dienstag auch Hunderte Hamburger gegen den Erlass von Donald Trump demonstrieren

Foto: Marcio Jose Sanchez / dpa

Am Abend wollen Demonstranten vor dem US-Konsulat am Alsterufer gegen das verhängte Einreiseverbot für Muslime demonstrieren.

Hamburg. Als Maximilian Bierbaum am Sonntagmorgen erwachte, war ihm klar: Er will nicht länger tatenlos zusehen. "Diese pauschalisierende Politik ist diskriminierend und geht zu weit." Gemeint ist damit der Erlass des neuen US-Präsidenten Donald Trump, der die Einreise von Flüchtlingen und Muslimen in die Vereinigten Staaten massiv einschränkt. Trump hatte unter anderem verfügt, vorerst keine Flüchtlinge mehr ins Land zu lassen. Zudem darf in den kommenden 90 Tagen kein Staatsbürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Staaten in die USA einreisen.

"Ich habe mich am Sonntag mit ein paar Freunden zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können", sagt Bierbaum. Der Student ist Mitglied der Grünen Jugend Hamburg und seit Jahren politisch aktiv. "Ich hatte befürchtet, dass Donald Trump seine Aussagen, die er im Wahlkampf gemacht hat, auch umsetzt. Aber die Vehemenz und die Geschwindigkeit seiner Beschlüsse hat mich überrascht. Das macht mir große Sorgen."

Mehr als 940 Zusagen bei Facebook

Für Dienstagabend hat Bierbaum daher zu einer Demonstration von dem US-Konsulat am Alsterufer aufgerufen. Unter dem Motto "Brücken bauen, Mauern einreißen – Gegen Trump, für Freiheit" wollen sich die Demonstranten ab 18 Uhr dort versammeln. "Lasst uns diesem Rassismus, dieser menschenverachtenden Politik nicht einfach zusehen", schreibt Bierbaum in einem Aufruf bei Facebook. "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, sich auszuruhen. Im Gegenteil: Die Demokratie und die Freiheit jedes Menschen müssen verteidigt werden gegen diejenigen, die sie einschränken wollen."

Bei der Polizei wurden am Sonntag offiziell rund 100 Teilnehmer für die geplante Kundgebung angemeldet. Es könnten aber deutlich mehr werden. Bis zum Dienstagnachmittag sagten bereits mehr als 940 Menschen auf Facebook ihre Teilnahme an der Demonstration zu. "Wenn nur die Hälfte von denen kommt, wäre das schon großartig", sagte Bierbaum dem Abendblatt. Mit einer solchen Resonanz habe er nicht gerechnet. "Ich freue mich, wenn sich Menschen nun mit dem beschäftigen, was aktuell in den USA passiert und sich dagegen engagieren. Denn wir haben leider auch in Deutschland Kräfte, die Trumps Entscheidungen nur zu gerne hier umsetzen würden."

Danial Ilkhanipour als Gastredner

Als Gastredner wird neben Pamela Cory von "Democrats Abroad", eine Gruppe von US-Demokraten im Ausland, auch der iranisch-stämmige Hamburger Bürgerschaftsabgeordnete Danial Ilkhanipour (SPD) am Abend auftreten. Eigentlich hatte der Politiker vor, in zwei Monaten seinen in den USA lebenden Vater zu besuchen. Die Reise sollte um den 20. März zum Persischen Neujahr stattfinden. Doch durch das von Trump unterzeichnete Dekret wird Ilkhanipours Einreise in die USA nun verhindert.

"Ich habe während meines Schüleraustauschs ein Jahr in den USA gelebt und fühle mich den Vereinigten Staaten sehr verbunden. Es war immer ein Land, zu dem ich aufgeschaut habe", sagt Maximilian Bierbaum. Derzeit erkenne er die USA aber kaum wieder. Mit der Demonstration wolle er daher ein deutliches Zeichen setzen: "Mr. Trump, so kann es nicht weitergehen."