Sportwagen

Porsche baut in Hamburg sein größtes Autohaus

So wie auf dieser Computer-Illustration
soll das neue Porsche-Zentrum
nahe dem Berliner Tor künftig aussehen, der Bau des Hochhauses beginnt erst später

So wie auf dieser Computer-Illustration soll das neue Porsche-Zentrum nahe dem Berliner Tor künftig aussehen, der Bau des Hochhauses beginnt erst später

Foto: Porsche / HA

Der Sportwagenbauer aus Stuttgart verkauft in der Hansestadt überdurchschnittlich viele Autos – ab 2018 nahe der Alsterschwimmhalle.

Hamburg.  In Hohenfelde beginnt der Bau eines Autohauses der Superlative: Im Dreieck zwischen Lübecker Straße, Steinhauerdamm und Wallstraße entsteht auf dem Grundstück der ehemaligen Gewerbeschule nahe der Alsterschwimmhalle das größte innerstädtische Porsche-Zentrum Europas.

Am Montag gab es auf der Baustelle im Beisein von Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) den ersten Spatenstich für das Projekt, in das der Stuttgarter Sportwagenhersteller 20 Millionen Euro investiert. Zu dem Porsche-Zentrum soll sich später noch ein Bürohochhaus gesellen; das komplette Bauvorhaben trägt den Namen „Alster Gate“ und wird für insgesamt 75 Millionen Euro von dem Hamburger Immobilienentwickler Maas & Raffay realisiert.

Als das Projekt im Februar 2014 vorgestellt wurde, hieß es noch, das Autohaus werde „nicht vor 2016“ fertiggestellt. Nach aktueller Planung soll es im Frühjahr 2018 soweit sein. „Es waren längere Gespräche mit dem Senat über den Bebauungsplan und über die Grundstücksteilung nötig“, sagte Jens Puttfarcken, Vorsitzender der Geschäftsführung von Porsche Deutschland, dem Abendblatt. „Aber wir sind sehr froh, dass wir jetzt loslegen können.“ Das neue Porsche-Zentrum soll den mehr als 50 Jahre alten „Traditionsstandort“ in der Eiffestraße in Hamburg-Hamm ablösen.

Hamburg stärkstes Absatzgebiet in Deutschland

„Die Investition steht im Zusammenhang mit dem Erfolg, den wir hier in Hamburg als Marke haben“, sagte Puttfarcken. In dieser Stadt verzeichne man „großartigen Zuspruch“ für Porsche-Autos. „Der Absatz entwickelt sich hier derzeit spürbar besser als im Bundesschnitt“, erklärte der Deutschland-Chef des Luxuswagenherstellers. „In diesem Jahr verkaufen wir in Hamburg etwa 1100 Neuwagen, was einem Zuwachs von rund zehn Prozent entspricht, hinzu kommen ungefähr gleich viele Gebrauchtfahrzeuge.“

Tatsächlich sei Hamburg für Porsche das stärkste Absatzgebiet in Deutschland, gefolgt von München, Düsseldorf und der Region um Stuttgart. Insbesondere sei Hamburg „ein sehr starker Markt für den 911-er, von dem wir hier etwa genau so viele Wagen absetzen wie vom günstigeren Modell Macan“. Acht von 1000 Autos in der Stadt tragen das Wappen der Marke. Damit sei der Porsche-Marktanteil höher als in jeder anderen deutschen Stadt, sagte der Wirtschaftssenator.

Mehr als 200 Parkplätze

Mit dem neuen Zentrum will Porsche nach den Worten von Puttfarcken ein Ambiente schaffen, „welches unseren Kunden die Faszination und Exklusivität der Marke Porsche eindrucksvoll vermittelt.“ So wird sich die Aluminiumfassade, die an den Autohäusern des Unternehmens weltweit einheitlich eingesetzt wird, hier aufgrund der besonderen Bauform um das gesamte Gebäude herumziehen. „In den neuen Räumen können wir die Fahrzeuge auf einem dunklen Boden wie in einer Schmuckauslage präsentieren“, so Puttfarcken. „Dazu dient auch ein neues Lichtkonzept mit Flächen-LEDs, das wir erstmals in Deutschland so realisieren können.“ Bis zu 50 Neu- und Gebrauchtwagen sollen in dem Zentrum ausgestellt werden.

Auf der Grundstücksfläche von knapp 8000 Quadratmetern sind außerdem mehr als 200 Parkplätze vorgesehen. Damit will man den Kunden deutlich mehr Komfort bieten, als es der Standort in der Eiffestraße heute zulässt. Mehr Platz soll es auch für den Service geben. „Der Werkstattbereich wird nicht der Hinterhof sein“, sagte Puttfarcken. „Man wird aus dem Schauraum Einblicke in den Werkstattbetrieb bekommen. Dort wird es aussehen, wie man es aus dem Rennsport kennt – aufgeräumt und sauber.“

Auch von außen werde man in den Service-Bereich mit 25 Hebebühnen hineinsehen könnte, sagte Mathias Busse, Chef der Porsche-Niederlassung Hamburg. Schon aufgrund der vergrößerten Werkstatt werde die Mitarbeiterzahl mit dem Umzug voraussichtlich von derzeit 100 auf 115 Personen steigen. Insgesamt hat Porsche in der Hansestadt derzeit 180 Beschäftigte. 80 von ihnen arbeiten im „Zentrum Nord-West“ in Eidelstedt, das im vorigen Jahr – nach dem Umzug vom früheren Standort am Nedderfeld – in Betrieb genommen wurde.

Kompetenzzentrum für Supersportwagen

Das neue Autohaus in Hohenfelde wird nach Angaben des Unternehmens eines der wenigen deutschen Kompetenzzentren für den Supersportwagen 918 Spyder mit Hybrid-Antrieb sein. Puttfarcken hat keine Sorge, dass die Tendenz hin zur Elektrifizierung die Marke weniger attraktiv machen könnte: „Wir haben mit dem 918 Spyder schon gezeigt, dass wir auch mit elektrischem Antrieb ein Porsche-typisches Fahrerlebnis schaffen können.

Erst deutlich später als das Autohaus wird das benachbarte Bürohochhaus mit 13 Geschossen, entworfen von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, fertig sein. Innerhalb der nächsten 24 Monate werde der Bau beginnen, sagte Hans-W. Maas, Geschäftsführer von Maas & Raffay. Erste Vorverträge mit Mietern habe man bereits unterzeichnet.