Vier Jahreszeiten

Großer Gourmet Preis Hamburg geht an einen Neuling

Die Hamburger Gourmets in der Küche des Hotels Vier Jahreszeiten: Christoph Rüffer (v.l), Mátre Anthony, Karlheinz Hauser, Matthias Stolze, Heinz-Otto Wehmann, Kevin Fehling und Christian Humbs

Die Hamburger Gourmets in der Küche des Hotels Vier Jahreszeiten: Christoph Rüffer (v.l), Mátre Anthony, Karlheinz Hauser, Matthias Stolze, Heinz-Otto Wehmann, Kevin Fehling und Christian Humbs

Foto: Marcelo Hernandez

Im Hotel Vier Jahreszeiten waren die Träger von elf Michelin-Sternen versammelt. Was die Hamburger Köche für 220 Gäste zubereiteten.

Hamburg.  Elf Michelin-Sterne von sechs Hamburger Köchen leuchteten am Sonntag Abend über dem Hotel Vier Jahreszeiten. Kevin Fehling (3 Sterne), Karlheinz Hauser, Thomas Martin und Christoph Rüffer (je 2) sowie Wahabi Nouri und Heinz-Otto Wehmann (je 1) traten im Traditionshaus an der Binnenalster zum Großen Gourmet Preis (GGP) Hamburg an. Und der Newcomer Fehling ging gleich als Sieger nach Hause.

„Ich freue mich sehr, dass ich sofort bei meiner ersten Teilnahme gewonnen habe“, sagte der 39-Jährige, der seit einem guten Jahr sein Restaurant The Table in der HafenCity führt. „Das ist toll und ein wunderschönes Gefühl. Zumal meine Mitbewerber auch alle grandiose Köche und gute Freunde sind.“

„Mehr Spannung in der Gourmet-Szene“

Vorjahres-Sieger und Haerlin-Küchenchef Christoph Rüffer nahm seinen zweiten Platz gelassen: „Im Wandel liegt der Reiz, jetzt gibt es mehr Spannung in der Hamburger Gourmet-Szene.“

Auf den weiteren Rängen beim GGP, der zum 13. Mal in der Hansestadt ausgetragen wurde, folgten Thomas Martin (Jacobs Restaurant) und Karlheinz Hauser (Restaurant Seven Seas) vor Wahabi Nouri (Restaurant Piment) und Heinz-Otto Wehmann (Landhaus Scherrer). Martin und Nouri konnten wegen anderer Verpflichtungen nicht anwesend sein, hatten aber ihre Küchenbrigaden mit Köstlichkeiten an die Binnenalster geschickt.

Und 220 Gäste durften in den Salons des Hotels, im Großen Festsaal und im Restaurant Haerlin sowie in den meisten Küchenräumen hohe Kochkunst mit besten Zutaten und korrespondierenden Rot- und Weißweinen aus Deutschland und den USA genießen. Zum französischen Champagner als Aperitif servierte Matthias Stolze (Yachthafen Residenz, Hohe Düne Warnemünde) Cara Royal Garnele „roh und gebacken“ mit Rettich, Limettenkaviar und geeister Alge. Die Krabbe wird übrigens in Grevesmühen gezüchtet.

Am Tisch gereicht wurden der roh marinierte Loup de Mer mit Avocado, Limette und Korianderkresse von Thomas Martin sowie die Schaumsuppe von Steinpilzen mit Langoustine, zubereitet von Christoph Rüffer.

Lachs mit Passionsfrucht-Hollandaise

An den Kochstationen während der Küchenparty fiel die Auswahl schwer. Kevin Fehling präsentierte Lachs mit Passionsfrucht-Hollandaise, Reiscrème und der japanischen Würzsauce Chanponzu. Veganen Demeter Rotkohl mit krosser Vierländer Ente, gebackenen Entenherzen und Finkenwerder Herbstprinz hatte Heinz-Otto Wehmann vorbereitet.

Auch Saibling „lauwarm temperiert“ mit Meeresaromen, Yuzu (asiatische Zitrusfrucht) und Muschelsud von Karlheinz Hauser sowie Variationen von der Topinambur mit Mandelcrème und Arganöl-Eis von Wahabi Nouri standen zur Auswahl. Und schließlich steuerte Hausherr Rüffer noch Rehbockrücken mit Malz, geröstetem Sellerie und Preiselbeeren bei.

Austern von Hummer Pedersen und Kaviar vom Altonaer Kaviarimport, Käsespezialitäten von Maitre Antony, Darboven Kaffee, Rutte Gin, feine Pralinen- und Schokoladenvariationen von Sprüngli aus der Schweiz sowie das Dessert „Waldspaziergang“ mit Waldaromen, Altländer Apfel und Buchweizen vom preisgekrönten Haerlin-Patissier Christian Hümbs rundeten den kulinarischen Abend ab. Mehr als 200 dienstbare Geister waren in Küche und Service im Einsatz.

Organisator Andreas Dietz, der launig durch den Abend führte und auch noch musikalische Unterhaltung aufgeboten hatte, war überaus zufrieden: „Die Köche pflegen ein kollegiales Miteinander und gehen toll mit den Gästen um. So eine Mischung von Kulinarik auf höchstem Niveau, Entertainment und lockerer Atmosphäre gibt es nur in Hamburg.“

Der Große Gourmet Preis ist übrigens kein klassischer Kochwettbewerb. Denn die Preisträger stehen schon vorher fest und werden nach den Berechnungen des Internet-Portals www.restaurant-ranglisten.de ermittelt.