Jungfernstieg

Grapschen, schlagen, pöbeln: Polizei fasst aggressives Trio

Der Jungfernstieg ist nicht nur am Abend ein beliebter Treffpunkt (Symbol)

Der Jungfernstieg ist nicht nur am Abend ein beliebter Treffpunkt (Symbol)

Foto: Bodo Marks / dpa

Die Liste der Taten, die auf das Konto der jungen Männer gehen, ist lang. Einer von ihnen sitzt jetzt in Untersuchungshaft.

Hamburg. Die Polizei hat einen 20 Jahre alten Ägypter verhaftet, der in den vergangenen Monaten am Jungfernstieg und auf dem Dom Passanten terrorisiert, beraubt und teilweise mit einem Messer verletzt hat. Eine junge Frau (19) wurde von ihm sexuell belästigt und geschlagen. Gleichzeitig wurden zwei 15 und 17 Jahre alte Landsleute des Mannes festgenommen, die an Taten beteiligt waren. Einer von ihnen wurde in der Unterkunft für Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge am Bullerdeich gestellt. Die beiden anderen Männer nahm die Polizei am Jungfernstieg fest. Der Einsatz konnte nur mit einem größeren Polizeiaufgebot durchgeführt werden, weil beide sich zu dem Zeitpunkt am Dienstagnachmittag in einer Gruppe von rund 50 Nordafrikanern aufhielten, von denen Widerstand befürchtet wurde.

Hassan S., ein Flüchtling, der 2013 in der Feuerbergstraße untergebracht war und jetzt in Billstedt lebt, ist seit drei Jahren durch Gewalttaten bei der Polizei bekannt. Dort wird er wegen der Vielzahl der gegen ihn geführten Verfahren bereits als Intensivtäter geführt.

In den vergangenen zwei Monaten werden ihm gleich mehrere schwere Straftaten vorgeworfen, die er im Bereich der Innenstadt, in St. Georg und auf dem Dom begangen haben soll. Nach Erkenntnissen der Ermittler hat er am 18. Juni aus Verärgerung, dass er die Wasserpfeife eines Mannes (24) nicht mitbenutzen durfte, diesen mit einem Messer bedroht und an der Hand verletzt. Am 22. Juni soll er am Jungfernstieg einen Zusammenstoß mit einem Radfahrer (23) provoziert haben, auf den er und mehrere andere Nord­afrikaner anschließend einschlugen und eintraten. Schließlich, so der Vorwurf, fügte Hassan S. dem Mann mehrere Schnittverletzungen am Ellenbogen zu. In dem Fall waren auch der 17-Jährige und der 15-Jährige dabei, der versucht haben soll, auf den bereits flüchtenden Radfahrer einzustechen.

Sollte die Polizei stärker gegen Kriminalität und Trinkgelage am Jungfernstieg vorgehen?

Am 27. Juni drohte der Intensiv­täter am Jungfernstieg einem Radfahrer, ihn „mit dem Messer zu schlagen“ und das Fahrrad wegzunehmen, falls er noch mal dorthin kommen sollte.

Am 2. Juli wurde eine 19-Jährige Opfer des Mannes. Hassan S. soll ihr an die Brüste und in den Genitalbereich gegriffen haben. Als die Frau sich wehrte, bekam sie einen Faustschlag ins Gesicht. Ein 19-Jähriger, der eingriff, wurde von dem Täter mit einer Flasche beworfen, die ihn am Kopf traf. Anschließend umringten rund 20 Nordafrikaner den Zeugen und deckten so die Flucht des Täters.

Auf dem Hamburger Dom „tanzte“, so ein weiterer Vorwurf, Hassan S. am 29. Juli einen 20-Jährigen an, kratzte ihn und zerriss ihm das T-Shirt. Vier Mit­täter sind nicht identifiziert.

Ermittler gehen von weiteren Straftaten aus

Die Polizei bekam als Beweismittel das Handyvideo von Zeugen. Bei den Durchsuchungen der Wohnorte der drei Beschuldigten fand die Polizei unter anderem die Sachen, die sie bei den gefilmten Straftaten trugen. Außerdem stellten die Polizisten bei der Aktion Handys sicher.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann und seine Komplizen noch für weitere Straftaten verantwortlich sind, die ihnen nicht zugeordnet werden können oder nach denen die Opfer aus Angst keine Anzeige erstatteten. Der 15-Jährige und der 17-Jährige sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.