Baakenhafen

Hamburg will Autos aus der HafenCity drängen

Baustellen überall – für etwa eine halbe Milliarde Euro wird in diesem Jahr in der HafenCity gebaut

Baustellen überall – für etwa eine halbe Milliarde Euro wird in diesem Jahr in der HafenCity gebaut

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

So soll es mit der HafenCity weitergehen: Kaum Stellplätze für Autos am Baakenhafen. „Mobilitätskonzept“ mit Elektro-Miet-Autos.

HafenCity.  Rund 2000 Haushalte werden einmal in der östlichen Hafencity rund um den früheren Baakenhafen wohnen. Doch auf private Pkw soll hier möglichst verzichtet werden. Das sehen die aktuellen Pläne der städtischen HafenCity GmbH vor, die am Donnerstag einen Ausblick auf aktuelle Projekte vorgestellt hat.

„Die Stellplätze dort werden rationiert“, so HafenCity-Geschäftsführer Jürgen Bruns-Berentelg. Bauherren dürfen nur noch maximal 0,4 Stellplätze pro Wohnung bauen. Weniger als die Hälfte der Haushalte könnte also dort ein eigenes Auto abstellen. Zudem soll man diese knappen Plätze lediglich mieten und nicht mehr, wie sonst vielfach in der Stadt üblich, kaufen können.

Als Begründung führt die HafenCity GmbH die gute Erschließung des Stadtteils an, etwa durch die neue U-Bahn. Zudem würde der Verzicht auf teure Stellflächen in Tiefgaragen die Wohnungen günstiger machen. Als Alternative zum eigenen Pkw soll dort nun ein „Mobilitätskonzept“ mit Elek­tro-Miet-Autos umgesetzt werden. Für ein solches Carsharing-System soll in diesem Jahr ein Betreiber gesucht werden, kündigte Bruns-Berentelg an. Zudem hätten sich alle Bauherren in dem Quartier vertraglich verpflichten müssen, dass in den Tiefgaragen mindestens 30 Prozent der Plätze mit Ladestationen ausgerüstet werden.

Mit dieser Regelung für die bis zu 2000 geplanten Wohnungen im Baakenhafenquartier geht das städtische Stadtentwicklungsunternehmen einen deutlichen Schritt in Richtung einer autoarmen Stadt. Noch vor kurzer Zeit gab es in Hamburg ganz andere Vorschriften: danach musste bei Neubauten pro Wohnung eine Stellplatzzahl von mindestens 0,8 nachgewiesen werden. Inzwischen ist eine Mindestanforderung völlig entfallen, die HafenCity arbeitet nun sogar mit einer Maximal-Forderung. Hintergrund der Ausschreibung für ein solches E-Konzept ist der Baustart in diesem Jahr für die ersten Wohnungen und ein kleines Nahversorgungszentrum im Baakenhafen-Areal.

Die künftigen Bewohner der östlichen HafenCity sollen möglichst auf Autos verzichten, es entstehen nur noch wenige neue Stellplätze. Finden Sie das richtig?

Aber auch der Weiterbau der HafenCity in den anderen Teilen geht in diesem Jahr deutlich voran, etwa mit zwei 55 Meter hohen Wohntürmen am Strandkai. „Auch das Ende der Entwicklung ist bereits absehbar“, sagte Bruns-Berentelg. Die letzten Gebäude dieses neuen Stadtteils an der Elbe werden zwar erst in den späteren 2020er-Jahren stehen – doch für einen Grundstücks-Komplex direkt am östlichen Ende an der Freihafenbrücke gebe es bereits jetzt einen Interessenten, so Bruns-Berentelg.

Allein in diesem Jahr werden nach seiner Einschätzung knapp 160.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche in Bau gehen: Das entspreche in etwa einer Investition von rund einer halben Milliarde Euro.

Und die HafenCity wird in diesem Jahr mehr als bisher ihr grünes Gesicht zeigen: Im Juli soll der zentrale Lohsepark mit einem großen Fest eröffnet werden, wie der HafenCity-Geschäftsführer ankündigte. Bäume, Wiesen und kleine Sportflächen ziehen sich in diesem Park vom Brooktorhafen am nördlichen Rand der HafenCity bis hin zum früheren Hafenbecken am Baakenhafen.

Rund 44.000 Quadratmeter groß ist dieses zentrale grüne Band. Auch eine weitere besondere Grünfläche soll in diesem Jahr deutlich sichtbar werden: Die künstlich geschaffene Halbinsel „Baakenpark“ gilt als Naherholungsfläche für das dortige neue Wohnquartier. Spielplätze, Flächen zum Kicken oder Basketballspielen sind dort geplant sowie ein größerer Hügel, Wege und ein kleiner Bootssteg. „Insgesamt“, so sagt Bruns-Berentelg, „bauen wir hier ein richtig buntes Quartier.“