Umstrittener Abriss

So sollen die neuen City-Hochhäuser aussehen

Die neuen Häuser: ein erster Architektenentwurf

Die neuen Häuser: ein erster Architektenentwurf

Foto: KPW Papay Warncke und Partner

Das Unternehmen Aug. Prien will Hotels, Büros, Wohnungen und Geschäfte bauen. Die denkmalgeschützten Gebäude sollen dafür weichen.

Hamburg.  Am 2. März könnte das Schicksal der umstrittenen City-Hochhäuser am Hauptbahnhof besiegelt werden. An diesem Tag soll die Bürgerschaft nach Abendblatt-Informationen über die sogenannte Anhandgabe der Gebäude an den Hamburger Projektentwickler Aug. Prien entscheiden. Als Kaufpreis hat Aug. Prien der Stadt dem Vernehmen nach 35,2 Millionen Euro geboten.

Sagt das Parlament Ja zu dem Vorhaben, werden die denkmalgeschützten Hochhäuser trotz Protesten abgerissen. Dies könnte ab 2018 geschehen. Die nötige Zustimmung des Denkmalschutzamtes gilt als sicher. Stattdessen soll ein „Quartier am Klosterwall“ mit Geschäften, Büros, Wohnungen und einem Hotel entstehen. Für die Planer ist das Areal unweit der Mönckebergstraße eine 1-A-Lage, ein Tor zur Innenstadt. Das Bezirksamt Mitte, das bisher seine Büroräume in den City-Hochhäusern hat, wird Ende 2017 an die Caffamacherreihe umziehen.

Zurzeit befindet sich die Drucksache „Quartier am Klosterwall“ in der finalen Behördenabstimmung. Aus dem Papier gehen die konkreten Vorhaben von Aug. Prien hervor. Das Unternehmen, das sich bei dem städtischen Investorenwettbewerb gegen 15 Mitbieter durchgesetzt hatte, will unter anderem ein Vier-Sterne-Hotel mit 200 Zimmern bauen. Außerdem geplant sind Büros (auf 19.068 Quadratmetern Bruttogeschossfläche), frei finanzierte Mietwohnungen (auf 9200 Quadratmeter) und öffentlich geförderter Wohnraum (auf rund 5100 Quadratmeter). Zudem will der Investor auf dem Areal eine Kita errichten und Geschäfte sowie Gastronomie ansiedeln (auf fast 3000 Quadratmeter Fläche). Erste Entwürfe für den Gebäudekomplex hat das Hamburger Architektenbüro KPW Papay Warnke und Partner angefertigt.

Unterdessen gibt es bei den Grünen Unmut, weil sie sich nicht ausreichend miteinbezogen sehen. Der Grünen-Fraktionschef im Bezirk Mitte, Michael Osterburg, kritisierte: „Das gesamte Verfahren ist intransparent und für Bürger nicht nachvollziehbar. Es kann nicht sein, dass die Verwaltung allein entscheidet, ob der Denkmalschutz greift oder abgerissen wird.“