Nach Massenschlägerei

Streitverursacher müssen Flüchtlingsunterkunft verlassen

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort

Foto: André Zand-Vakili / HA

Streit zwischen Albanern und Afghanen hatte im Toilettencontainer begonnen. War eine Schusswaffe im Spiel? Wie die Polizei vorgeht.

Hamburg. Nach den Schlägereien In der Flüchtlingsunterkunft an der Wilhlemsburger Dratelnstraße hat die Polizei die beiden Verursacher des Konflikts in andere Unterkünfte verlegt. Am Dienstagabend war die Situation in der Einrichtung eskaliert, nachdem Bewohner unter anderem mit Eisenstangen aufeinander losgegangen waren. Es gab mehrere Verletzte sowie eine Festnahme. Die Polizei zog Beamte aus ganz Hamburg zusammen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Am Ende waren mehr als 30 Streifenwagenbesatzungen im Einsatz.

Am Mittwoch hieß es, alle belegten Straftaten in Flüchtlingsunterkünften würden mit der selben Härte des Gesetzes wie bei allen anderen Straßtätern geahndet. Zudem werde ein Vermerk an die Ausländerbehörde weitergegeben, sagte ein Sprecher dem Abendblatt.

Um kurz vor 17 Uhr am Dienstag waren Albaner und Afghanen in einem Waschcontainer der Zentralen Erstaufnahme für Flüchtlinge aneinandergeraten. Zunächst eskalierte der Streit zwischen einem 18-jährigen Afghanen und einem 17-jährigen Albaner. Jeweils etwa fünf Landsleute der beiden Kontrahenten beteiligten sich an der körperlichen Auseinandersetzung, bei der dem 18-Jährigen eine Kopfverletzung zugefügt wurde. Er wurde zur Behandlung in ein Krankenhaus transportiert. Die Polizei geht Hinweisen nach, dass Albaner eine „Benutzungsgebühr“ für die sanitären Einrichtungen gefordert haben.

Um kurz vor 18 Uhr dann ein weiterer Gewaltausbruch: Erneut waren es die beiden Nationalitäten, die aufeinander losgingen. Laut Polizei waren schließlich bis zu 60 Bewohner an der Auseinandersetzung beteiligt. Einige prügelten mit Eisenstangen und anderen Schlagwaffen aufeinander ein.

Mit dem Erscheinen der Einsatzkräfte beruhigte sich die Situation. Die Polizisten erhielten jedoch den Hinweis, dass ein Albaner zwei Afghanen mit einer Schusswaffe bedroht haben soll. Die Beamten identifizierten einen 22-Jährigen als Tatverdächtigen und nahmen ihn vorläufig fest. Zudem zwei weitere 21 und 22 Jahre alte Landsleute, die ebenfalls mit dieser Waffe gedroht bzw. sie in Verwahrung genommen haben sollen. Anschließend wurde mit einem Sprengstoffhund nach der Waffe gesucht, die jedoch nicht aufgefunden wurde.

Bei dieser körperlichen Auseinandersetzung erlitt ein 27-jähriger Afghane eine Platzwunde am Arm und musste ebenso im Krankenhaus behandelt werden, wie ein 23-jähriger Landsmann mit einer Prellung am Sprunggelenk. Zwei Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes (23, 44) erlitten gleichfalls Prellungen. Sie wurden in Krankenhäuser gebracht.

Wenig später brannte dann ein Zelt auf dem Gelände. Zwei Bewohner und ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes erlitten Rauchvergiftungen. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war eine Matratze angesteckt worden. Während des Einsatzes wurden von Beamten zudem Drogen entdeckt.