Zu wenig Spenden

Hamburger Tafel verhängt Aufnahmestopp wegen Flüchtlingen

Mitarbeiterinnen der Tafel verteilen Obst und Gemüse an Bedürftige

Mitarbeiterinnen der Tafel verteilen Obst und Gemüse an Bedürftige

Foto: Harald Tittel / dpa

Der Tafel fehlen Lebensmittelspenden, Freiwillige und Fahrzeuge. “Wir wissen nicht, wie wir das bewältigen sollen“, sagt ein Sprecher.

Hamburg.  Die Flüchtlingszahlen in Deutschland bringen auch für die Hamburger Tafel große Herausforderungen mit sich. „Wegen der hohen Nachfrage mussten viele Ausgabestellen bereits einen Aufnahmestopp verhängen“, sagte Ralf Taubenheim, Geschäftsführer der Hamburger Tafel.

Die Ressourcen der Hilfsorganisation seien begrenzt. Nicht nur an Lebensmitteln mangle es langsam, auch Räumlichkeiten, Fahrzeuge und ehrenamtliche Mitarbeiter seien bei einer solchen Auslastung knapp. „Die Lage ist bereits seit Anfang diesen Sommers angespannt.“

„Da rollt etwas auf uns zu“

In den nächsten Monaten erwartet die Organisation einen „signifikanten“ Anstieg an Bedürftigen. Nach der Erstunterbringung seien Flüchtlinge auch weiter auf Hilfe angewiesen. „Da rollt etwas auf uns zu und wir wissen noch nicht, wie wir es bewältigen sollen“, sagte Taubenheim.

Dem hohen Bedarf stünde ein nur leichter Spendenzuwachs gegenüber. „Aufgrund der aktuellen Situation ist die Bereitschaft zu helfen zwar gestiegen - aber auch das Spendenpotenzial der Menschen ist endlich“, erklärte der Tafel-Geschäftsführer.

Spürbar wäre eine Priorisierung in Richtung Hilfe für Flüchtlinge. Von einer Konkurrenzsituation mit Obdachlosen und anderen bedürftigen Menschen könne aber noch nicht gesprochen werden. „Die Flüchtlingskrise führt nur dazu, dass ein Teil des Kuchens abgegeben werden muss.“