Unterbringung im Winter

Hamburger FDP fordert Traglufthallen für Flüchtlinge

Eine Frau und ein Kind gehen in Bayern zu einem von Sicherheitspersonal bewachten Eingang einer Traglufthalle, die als Flüchtlingsunterkunft dient

Eine Frau und ein Kind gehen in Bayern zu einem von Sicherheitspersonal bewachten Eingang einer Traglufthalle, die als Flüchtlingsunterkunft dient

Foto: Peter Kneffel / picture alliance / dpa

2000 Flüchtlinge müssen in Hamburg wohl in Zelten mit Heizlüftern überwintern. FDP schlägt eine nicht ganz günstige Alternative vor.

Hamburg.  Mehr als 2000 Flüchtlinge leben in Hamburg derzeit in Zelten , viele von ihnen müssen dort auch den Winter verbringen. Um den fallenden Temperaturen entgegen zu wirken, will die Sozialbehörde die provisorischen Unterkünfte mit Heizlüftern ausstatten - die Hamburger FDP-Fraktion hat dazu nun eine Alternative ins Gespräch gebracht.

Die FDP-Abgeordnete Jennyfer Dutschke fordert den Senat auf, sogenannte Traglufthallen zu prüfen und anzuschaffen. Diese würden bereits in Berlin und München eingesetzt. „Die Unterbringung in herkömmlichen Zelten stellt bei fallenden Temperaturen ein nicht hinnehmbares Gesundheitsrisiko für die Flüchtlinge dar und muss vermieden werden“, heißt es in dem Antrag, den Dutschke an die Bürgerschaft gestellt hat.

Traglufthallen sind beheizbar und stabiler

Eine Traglufthalle ist eine aufgeblasene luftdichte Hülle auf einer festen Bodenplatte mit ausreichend Stabilität. Durch ein flexibles Modulsystem sei eine schnelle Anpassung an Platzgröße und Art der Anwendung schnell möglich, heißt es in dem Dokument. Ein Anschluss an das reguläre Fernwärmenetz oder eine Befeuerung mit Öl und Gas sei ebenfalls möglich.

„Dadurch können kontinuierliche Temperaturen in den Zelten gewährleistet werden“, so Dutschke. Die Traglufthallen könnten deshalb eine angemessene Notunterbringung von Flüchtlingen und auch Obdachlosen im Winter gewährleisten.

Hallen kommen vor allem bei Sportvereinen zum Einsatz

Die FDP fordert den Senat nun dazu auf, den Einsatz solcher Hallen in Hamburg hinsichtlich technischer Realisierbarkeit und Kostenfaktoren zu prüfen und sich mit anderen Städten über Erfahrungen damit auszutauschen.

Traglufthallen sind bisher vor allem gängig bei Sportvereinen: Genutzt werden sie für Tennisplätze, Schwimmbäder und Eishallen. Die Miete allerdings variiert stark. Von 8000 bis zu 20.000 Euro können Miete und Unterhalt je nach Größe und Ausstattung im Monat kosten.