Literaturfestival

Internationale Schriftsteller zwischen Docks und Werften

Der deutsche Schriftsteller bulgarischer Abstammung Ilija Trojanow eröffnete das Hamburger Literaturfestival

Der deutsche Schriftsteller bulgarischer Abstammung Ilija Trojanow eröffnete das Hamburger Literaturfestival

Foto: Jens Kalaene / dpa

Harbour Front Literaturfestival gestartet: Autoren stellen in Hamburg ihre Werke vor. Thema ist auch Stieg Larssons literarisches Erbe.

Hamburg. Autoren aus aller Welt im Hamburger Hafen: Mit einem Vortrag des Schriftstellers Ilija Trojanow hat am Mittwochabend das Harbour Front Literaturfestival begonnen. Bis zum 10. Oktober werden in der Hansestadt unter anderem Schriftsteller aus Großbritannien, Irland, Schweden, der Türkei, El Salvador, Kanada und den USA erwartet. Hier das komplette Programm.

Festival machte 2014 Verluste

Vor der Kulisse von Hafenkränen und Containern wollen deutsche Autoren wie Navid Kermani, Wolfgang Hohlbein, Dörte Hansen und Uwe Timm wie auch internationale Schriftsteller wie Åke Edwardson, Zeruya Shalev, Kazuo Ishiguro, Meg Wolitzer, Richard Ford und Philip Kerr über ihre Werke reden.

Rund 20.000 Besucher hat das Festival, das von der Klaus-Michael-Kühne-Stiftung und der Hamburger Kulturbehörde gefördert wird, nach Veranstalterangaben jährlich. Trotzdem fuhr es 2014 einen finanziellen Verlust ein, wie die Organisatoren bei der Vorstellung des neuen Programms berichteten.

In diesem Jahr geht es zum siebten Mal über die Bühne. Insgesamt 70 Veranstaltungen stehen an 22 unterschiedlichen Spielstätten zwischen Docks und Werften auf dem Plan. „Wenn wir über das größte Hamburger Literaturfest reden, sprechen wir auch über den größten und schönsten Austragungsort, den ein solches Festival haben kann: den Hamburger Hafen“, erklärte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) vor dem Start.

Erbe von Stieg Larsson in der Hansestadt

Der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani, der im Oktober mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt wird, präsentiert beim Harbour Front Festival in der Centrumsmoschee in St. Georg sein Werk „Ungläubiges Staunen. Über das Christentum“. Klaus Modick ist mit seinem Künstlerroman „Konzert ohne Dichter“ dabei, Feridun Zaimoglu mit „Siebentürmeviertel“.

Der britische Bestsellerautor Frederick Forsyth berichtet aus seinem spannenden Leben, US-Autor Richard Ford lässt seinen Helden Frank Bascombe zurückkehren. Auch David Lagercrantz, der mit „Verschwörung“ das Erbe von Stieg Larsson fortsetzt, tritt in der Hansestadt auf.

Preis für Debütanten wird verliehen

US-Autorin Meg Wolitzer liest in Hamburg sowohl für die Erwachsenen als auch für Kinder. Im Kinder- und Jugendprogramm präsentiert unter anderem die Hamburgerin Kirsten Boie ihr neues Buch „Bestimmt wird alles gut“ über syrische Flüchtlingskinder.

Auch Prominente wie Komiker Mike Krüger oder „Tagesschau“-Sprecherin Linda Zervakis stellen beim Harbour Front Festival ihre Bücher vor. Im Rahmen des Debütantensalons zeigen acht Nachwuchsautoren ihr Talent, unter denen der mit 10.000 Euro dotierte Klaus-Michael-Kühne-Preis ausgelobt wird. Das „Hamburger Tüddelband“ für die beste Geschichtenerzählerin erhält in diesem Jahr Bestsellerautorin Cornelia Funke.