Übergangslösung

Hamburger Hafenschlick landet wieder in der Nordsee

Eine Luftaufnahme zeigt Bereiche des Hamburger Hafens und die Elbe

Eine Luftaufnahme zeigt Bereiche des Hamburger Hafens und die Elbe

Foto: Christian Charisius / dpa

Die Elbe führt derzeit wenig Wasser. Daher greift eine zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein vereinbarte Übergangslösung.

Hamburg.  Ausgebaggerter Schlick aus dem Hamburger Hafen wird ab sofort wieder in die Nordsee bei Tonne E 3 gekippt. Das Gebiet liegt rund 25 Kilometer nordwestlich der Insel Scharhörn, wie die Hamburg Port Authority (HPA) am Montag mitteilte. Grund für den Schlicktransfer sei, dass die Elbe derzeit wenig Wasser führt.

Sedimente, die sonst mit dem ablaufenden Wasser aus dem Hafen fließen, blieben dort und setzten sich ab. Das führe im Hafen zu Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Schonende Geräte sollen die Sedimente aus dem Fluss holen, ohne die Gewässersohle aufzuwirbeln.

Damit greife wie schon 2014 eine zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein vereinbarte Übergangslösung, ergänzte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne). 2013 habe sich die HPA verpflichtet, pro Kubikmeter Baggergut zwei Euro an Schleswig-Holstein zu zahlen. In den Jahren zuvor gab es keine finanzielle Gegenleistung. Die Zahlungen sollen Grundstock für eine neue Stiftung Nationalpark Wattenmeer sein.

Maximal dürfen im Rahmen der Vereinbarung 6,5 Millionen Kubikmeter Schlick zur Tonne E 3 gebracht werden. Diese Höchstgrenze war 2008 festgelegt worden. Bislang wurden davon etwa 3,5 Millionen Kubikmeter in das Gebiet transportiert. Derzeit ist nach Angaben aus Hamburg die Baggerung von einer Million Kubikmeter in Auftrag gegeben worden. Schleswig-Holstein werde darauf achten, dass das Baggergut streng auf Schadstoffgehalte untersucht wird, versicherte Habeck. Erste Ergebnisse zeigten, dass es nur gering belastet ist.