Obdachlosenherberge

Zwei Verletzte nach Feuer im Nachtasyl Pik As

In der Obdachlosenunterkunft Pik As hat es am Montag gebrannt

In der Obdachlosenunterkunft Pik As hat es am Montag gebrannt

Foto: Klaus Bodig / HA / Klaus Bodig

Ein Mann war offenbar mit brennender Zigarette eingeschlafen. Zwei Menschen wurden verletzt, 260 Menschen gerettet.

Hamburg. Im Pik As, Hamburgs größter Obdachlosenherberge, ist in der Nacht zum Montag ein Feuer ausgebrochen. Ein 60-jähriger Bewohner erlitt leichte Brandverletzungen an Kopf und Händen. Der Mann kam ins Krankenhaus Boberg. Das Feuer war nach Polizeiangaben in seinem Zimmer im ersten Stockwerk fahrlässig entstanden. Vermutlich war eine brennende Zigarette der Auslöser.

Ein 39-Jähriger erlitt Herzrhythmusstörungen und kam ebenfalls in die Klinik. Das Pik As an der Neustädter Straße, das 260 Menschen Schlafplätze und ein Dach über dem Kopf bietet, war bei Ausbruch des Feuers gegen 2 Uhr voll belegt. Die Feuerwehr rettete drei Menschen aus den Flammen und evakuierte das Gebäude. 50 Bewohner brachten sich in Sicherheit.

Die Unterkunft ist nach dem Brand teilweise unbewohnbar. In der ersten Etage wurden fünf Zimmer vor allem durch Ruß in Mitleidenschaft gezogen, darüber zwei weitere Räume. Rund 20 Bewohner sind direkt betroffen.

Am Montagmorgen drehte sich alles um die Brandnacht. „Ich wollte gerade zur Toilette gehen, da sah ich, dass aus einem Zimmer dicker Rauch qualmte“, sagte ein Obdachloser. Als ihm daraufhin keiner antwortete, habe er einen Feuerlöscher geholt. „Als ich zurückkam, ist mir der Mann direkt vor die Füße gefallen. Der ist sonst immer mit dem Rollator unterwegs. Ich habe ihn aus dem meterhohen Rauch hochgezerrt und zu den Sicherheitsleuten nach draußen geschleppt.“ Es handelte sich um den 60-Jährigen.

„Hier wohnen viele, die Drogen nehmen, die trinken und rauchen“, sagte ein junger Mann, der in der vierten Etage lebt. „Das machen die überall, im Bad, auf der Toilette, im Bett.“ Er habe Fernsehen geschaut, als er Scheiben klirren hörte und jemand,Feuer‘ rief. Als er aus dem Fenster schaute, schlugen ihm die Flammen entgegen.

„Wir sind alle sehr froh darüber, dass nicht mehr passiert ist“, sagte Rembert Vaerst, Sprecher der Geschäftsführung vom Sozialen Dienstleister Fördern & Wohnen, der das Pik As betreibt. Vaerst betonte, dass im gesamten Pik As Rauchverbot gilt. Es könne aber nicht in jedem Zimmer kontrolliert werden. Man werde das Fernsehzimmer vorübergehend als Schlafraum herrichten, bis die Bewohner in ein bis zwei Tagen in sechs der sieben Räume zurückkehren könnten. (JR)