Wilhelmsburg

Sanierung der St. Maximilian-Kolbe-Kirche soll beginnen

Die Sanierungsarbeiten an der katholischen St.-Maximilian-Kolbe-Kirche im Stadtteil Wilhelmsbur sollen zeitnah beginnen

Die Sanierungsarbeiten an der katholischen St.-Maximilian-Kolbe-Kirche im Stadtteil Wilhelmsbur sollen zeitnah beginnen

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Die Fassade der oft als „Klorolle“ bezeichneten Kirche soll erneuert werden. Zudem ist ein Bürger- und Pflegezentrum geplant.

Hamburg. Die Sanierung der Fassade der katholischen St. Maximilian-Kolbe-Kirche auf der Hamburger Elbinsel Wilhelmsburg wird bald beginnen. Das gab die neue Besitzerin des markanten Gotteshauses in Spiralform, die Malteser Norddeutschland, am Donnerstagabend bei einer Präsentation des neuen Nutzungskonzeptes vor Anwohnern bekannt. Kirche und benachbartes Alten- und Pflegeheim sollen zu einem Bürger- und Pflegezentrum umgebaut werden.

Im neuen „Malteser Campus St. Maximilian Kolbe“ plant die Hilfsorganisation das sozialpädagogische Kochprojekt „Elternküche“, das sich insbesondere an Familien und Alleinerziehende mit erhöhtem Unterstützungsbedarf richtet. Außerdem soll es Ausbildungsangebote in Erster Hilfe, sozialpflegerischer Ausbildung und Sprachkurse geben. Das „Casa Malta“ soll einen Treffpunkt für Demenzerkrankte bieten, ein Freiwilligenzentrum den Aufbau neuer ehrenamtlicher Dienste im Stadtteil fördern. Eine Kapelle mit Raum für spirituelle Angebote soll erhalten bleiben.

An den Kosten von rund 900.000 Euro für die Außensanierung beteiligen sich der Bund, das Denkmalschutzamt Hamburg, das Erzbistum sowie die Hamburger Stiftung Denkmalpflege. Etwa 1,5 Millionen Euro investieren die Malteser nach eigenen Angaben in den Innenausbau der ehemaligen St. Maximilian-Kolbe-Kirche. Vermutlich werde dafür ein Architektenwettbewerb ausgerufen.

Heftige Proteste gegen geplanten Abriss

Ende vorigen Jahres hatte das Erzbistum den Abriss der ungewöhnlichen Kirche beschlossen , weil es die Kosten für die notwendige Sanierung in Höhe von 400.000 Euro nicht aufbringen wollte. Durch den Abriss sollte zudem Platz geschaffen werden für die Erweiterung des benachbarten Altenheims. Nachdem die Pläne Anfang des Jahres bekanntgeworden waren, hatte es heftige Proteste aus der Politik und dem Stadtteil gegeben.

Durch eine Veränderung der Bebauungsgrenzen können die Malteser neben der Kirche eine zweites Gebäude mit rund 70 Plätzen für Betreutes Wohnen errichten. Hier sollen anfangs übergangsweise die Bewohner unterkommen, die von der Sanierung des Altenheims betroffen sind. Dort sollen alle Plätze mit eigenen Sanitärräumen ausgestattet werden.

Der Bau des Architekten Jo Filke (1921-2001) stammt von 1974. Die spöttisch „Klorolle“ genannte Kirche zählt zu den wenigen stadtbildprägenden Gebäuden im sozialen Brennpunkt Wilhelmsburg. Maximilian Maria Kolbe (1894-1941) war polnischer Franziskaner, Verleger und Publizist. Der Pater wurde 1941 verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo er für einen Mithäftling in den Hungerbunker ging und ermordet wurde. Kolbe wurde am 10. Oktober 1982 von Johannes Paul II. heiliggesprochen.