Eröffnung

Der „Dialog im Stillen“ führt in die Welt von Gehörlosen

Nach dem „Dialog im Dunkeln“ sollen beim „Dialog im Stillen“ in der Hamburger Speicherstadt Besucher mit Schallschützern in eine Welt der Stille eintreten. Gehörlose führen durch die Ausstellung.

Hamburg. Die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ in der Hamburger Speicherstadt wird um den „Dialog im Stillen“ erweitert. Mit Schallschutz auf den Ohren und in schallisolierten Räumen könnten Besucher lernen, „mit den Händen zu sprechen und den Augen zu hören“, berichteten die Veranstalter am Mittwoch. Hörende Menschen sollen „ertauben“ und gehörlose Menschen als „Sprachlehrer“ agieren.

Die „Sprachlehrer“ führen die Besucher eine Stunde lang durch die Ausstellung. Während des Rundganges werden fünf Stationen durchlaufen, bei denen die Besucher unter Anleitung eines Gehörlosen Zeichen mit den Händen erproben und Emotionen durch die Mimik ihrer Gesichter ausdrücken sollen. In einem weiteren Raum erlernen Interessierte einige Begriffe der Gebärdensprache und üben die Verständigung. Am Ende soll es Gelegenheit für Fragen geben, die von einem Gebärdendolmetscher übersetzt werden. Besucher könnten so neue Wege der Kommunikation entdecken und würden sensibilisiert werden, sagte Ausstellungsleiterin Rona Meyendorf.

Die offizielle Eröffnung der Ausstellung ist am 1. Oktober. Die Veranstalter rechnen mit 30.000 bis 40.000 Besucher pro Jahr. Der Besuch des „Dialog im Stillen“ ist nur mit Führung möglich und sollte vorab reserviert werden.

Seit 2003 gastierte der „Dialog im Stillen“ unter anderem in Israel und Frankreich sowie in einigen deutschen Städten, in Hamburg soll er dauerhaft bleiben. Der „Dialog im Dunkeln“ verzeichnet eigenen Angaben zufolge jährlich mehr als 90.000 Besucher.