Schultzweg

19 Festnahmen nach Räumung besetzter Schule im Münzviertel

Am Sonnabendnachmittag hat eine Gruppe eine leerstehende Schule in der Nähe des Hauptbahnhofs besetzt. Als die Polizei ein Ultimatum setzte, reagierte die Gruppe nicht. Dann räumten Beamte das Gebäude.

Hamburg. Am Sonnabendnachmittag hat eine Gruppe Aktivisten eine leerstehende Schule im Schultzweg in Hammerbrook besetzt.

Nach Informationen des Online-Portals „HH-Mittendrin“ setzen sich die Aktivisten für den Erhalt und die Schaffung kultureller und sozialer Räume in Hamburg ein. Nach Polizei-Angaben hielten sich rund 30 Personen am späten Nachmittag in der ehemaligen Gehörlosenschule auf, rund 60 weitere Personen befanden sich auf dem Gelände, als die Polizei eintraf. Offenbar verschaffte sich die Gruppe über einen Eingang an der Norderstraße Zutritt zu dem Grundstück.

Die Polizei forderte die Besetzer nach reiflichen Überlegungen auf, das Haus bis 20.15 Uhr wieder zu verlassen. Dieses Ultimatum ließen die Aktivisten aber verstreichen. Daraufhin erhöhte die Polizei ihre Präsenz vor Ort und räumte das Gebäude. Zuvor wurde den Besetzern noch die Möglichkeit gegeben, eine spontane Demonstration anzumelden. Aber diese lehnten ab. Die Beamten drängten einige der Aktivisten von der Straße ab, ehe eine rund zwanzigköpfige Gruppe Vermummter auf dem Dach der Schule einen Banner präsentierte. Als die Beamten ins Gebäude vordrangen, verschanzten sich die Vermummten. Am Ende war die Räumung aber erfolgreich. Wie die Polizei auf Anfrage am Sonntag mitteilte, sind 19 Personen vorläufig festgenommen worden. Zudem sei die Situation weniger friedlich abgelaufen, als zunächst berichtet. Details konnte der Pressesprecher der Polizei aber nicht nennen.

“Wir als selbstorganisierte Stadtteilzentren, Nachbarschaftstreffs, soziokulturelle Einrichtungen, Wagenplätze, kollektive Gärten und Wohnprojekte fordern eine mietfreie und kostenlose Raumnutzung dieser Flächen und Gebäude”, wird eine der Aktivistinnen auf „HH-Mittendrin“ zitiert. Die Aktivistin sagt weiter, dass sich die Gruppe selbst als Initiativen und Personen bezeichnen, „die sich für das Gemeinwohl einsetzen und dafür Räume brauchen”.