Nach Brand „Atlantic Cartier“

Atomfrachter kommt, aber kein Löschboot einsatzbereit

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In der kommenden Nacht wird das Schwesterschiff des in Brand geratenen Atomfrachters „Atlantic Cartier" im Hamburger Hafen erwartet. Im Notfall wäre kein Löschboot der Feuerwehr voll einsatzfähig.

Hamburg. Ein Schiff ist in der Werft, die anderen beiden haben Rostschäden: Im größten deutschen Seehafen gibt es derzeit kein voll einsatzfähiges Löschboot. Alle drei mehr als 30 Jahre alten Boote der Feuerwehr sind reparaturbedürftig. Ein Boot, das in der Werft ist, soll nächste Woche fertig sein, sagte Sprecher Martin Schneider. Dann wiederum soll ein zweites Löschboot in die Werft geschickt werden. Es hat, wie das dritte auch, Rostschäden an den Leitungen zu den Wasserwerfern. „Sie müssen ausgetauscht werden.“

„Wir versuchen, die Sicherheitslücke mit Kompensationsmaßnahmen zu schließen“, sagte Schneider und erläuterte: Wenn ein Schiff oder eine Halle im Hafen brennt, könnten die beiden Löschboote mit den Rostschäden zwar eingesetzt werden, allerdings müssten dafür die Wasserwerfer eines Feuerwehrwagens auf das Boot montiert werden. „Das ist natürlich umständlich.“ Zwischen 15 Minuten und einer halben Stunde könnte der Umbau dauern. Zeit, die am Brandort fehlt.

„Der Brand auf dem Frachter 'Atlantic Cartier' hat gezeigt, dass Löschboote in einem großen Seehafen unentbehrlich sind“, sagte der CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Dennis Gladiator. „Dass der Hafen derzeit über kein einziges voll einsatzfähiges Löschboot verfügt, ist unverantwortlich und muss schnellstens geändert werden.“ Bei dem Feuer waren am 1. Mai 2013 Autos in Flammen aufgegangen. An Bord befanden sich auch radioaktive Stoffe.

Brisant: In der Nacht zu Freitag wird das Schwesterschiff der „Atlantic Cartier", die „Atlantic Companion“ in Hamburg erwartet. Auch sie soll radioaktive Stoffe an Bord haben. Medienberichten zufolge hatte es erst vor drei Wochen einen Zwischenfall, als sich im kanadischen Halifax Fässer mit radioaktivem Material aus ihrer Halterung lösten und sechs Meter in die Tiefe auf das Schiffsdeck stürzten. Die Fässer wurden nicht beschädigt.

( (dfe/dpa) )