Hammerbrook

Mehr Leben im Büroviertel: Studi-Wohnheim feiert Richtfest

Das Studierendenwerk Hamburg baut in der City Süd eine Wohnanlage für Studenten. 201 junge Menschen sollen hier für mehr Leben sorgen.

Hamburg. Triste Bürofassaden, viel Glas und hohe Häuserschluchten – dafür ist Hammerbrook bekannt. Leben gibt es hier in der Regel nur von acht bis 16 Uhr, danach stirbt der Stadtteil aus. Am Wochenende ist er für gewöhnlich menschenleer.

Doch es tut sich was in Hammerbrook. Der Stadt ist die rein kommerzielle Nutzung des Stadtteils schon lange ein Dorn im Auge, nachdem das Projekt „City Süd“ nicht den erhofften Erfolg einbrachte. Das Studierendenwerk Hamburg geht nun als Pionier voran und unternimmt einen großen Schritt zu mehr Leben rund um die Hammerbrookstraße. In unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofes baut es eine Studentenwohnanlage, in der bis zu 201 junge Studierende für kleines Geld wohnen können.

Der Startschuss für den Bau fiel im Oktober 2011. Seitdem arbeiteten die Handwerker unermüdlich. „Wir freuen uns, dass es trotz des Kälteeinbruchs in den letzten Wochen so schnell mit den Arbeiten vorangeht“, sagt Jürgen Allemeyer, Geschäftsführer des Studierendenwerks Hamburg. „Wir konnten gar nicht so häufig hier vorbei fahren, wie die Arbeiter das Gebäude hochgezogen haben.“

Der Bau liegt im Zeitplan, die Eröffnung soll noch in diesem Jahr erfolgen. Am Freitag feierte das Studierendenwerk zusammen mit der Baufirma Aug. Prien auf dem vollendeten Rohbau das Richtfest. Allemeyers Ansprache vor mehr als 120 Gästen, darunter auch die Bauarbeiter und etliche Angestellte des Studierendenwerks, wurde immer wieder von dem Lärm der vorbeifahrenden S-Bahn übertönt. Es war symbolisch für die Nähe zur City und für die gute Verkehrs-Anbindung von der sowohl Studierende der Universität Hamburg als auch der TU Hamburg-Harburg künftig profitieren sollen. Dank guter Schallisolierung mindert der Lärm der Bahn den Wohnkomfort der Studierenden allerdings nicht.

Die neue Studentenwohnanlage ist mit einem Fitnessraum, zwei Gemeinschaftsräumen, einer Bibliothek und einem Wasch- und Trockenraus ausgestattet und beinhaltet die Büros der Hausverwaltung. Die Mehrheit der Zimmer hat eine Wohnfläche von rund 18 Quadratmetern und ist für eine Miete von 300 bis 350 Euro monatlich zu haben. Nebenkosten wie Wasser, Heizung, Strom und Internet sind im Preis enthalten. Die durchschnittliche Miete für ein Zimmer in einem anderen Gebäude des Hamburger Studierendenwerkes liegt bei rund 220 Euro, die Unterkunft in dem Hammerbrooker Neubau ist also deutlich teurer.

Doch das Haus ist etwas besonderes: Als eine der ersten in Deutschland wird die Wohnanlage als Effizienzhaus gebaut. Der Energiebedarf des Studierendenwohnhauses liegt 60 Prozent unterhalb der aktuellen gesetzlichen Forderungen für Neubauten. Die Wärmeversorgung wird über eine umweltfreundliche Anlage der Kraft-Wärme-Kopplung realisiert und zusätzlich erzeugt eine 100 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf dem Dach emissionsfreien Strom.

Allemeyer rechnet damit, dass durch den Einzug von rund 200 Studenten auch ein internationales Flair in Hammerbrook einziehen wird. „Wir haben viele internationale Studierende, rund 30 bis 40 Prozent kommen aus dem Ausland. Die Hauptgruppe sind Chinesen“, erklärt er. Allgemein trage der Bau zur Stärkung des Hochschul-Standortes Hamburg bei, sagt Allemeyer weiter.

Finanziert wird der 16-Millionen-Neubau vom Studierendenwerk, gefördert mit Darlehen der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt (WK) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Im Wintersemester 2012/13 soll die neue Wohnanlage bezugsbereit sein. Ruckzuck werden dann die 201 Plätze vergeben, die Nachfrage wird das Angebot wohl deutlich übersteigen. So wird aus Hammerbrook nun doch ein begehrter Wohnort – zumindest in einem kleinen Teil.