Teufelsbrück

Nach Polizeieinsatz Wiese im Jenischpark „wie ein Acker“

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Matthias Schmoock
Verfolgungsjagd im Jenischpark

Verfolgungsjagd im Jenischpark

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Die Kontrollen der Hamburger Polizei haben Spuren hinterlassen. Anwohner des Jenischparks sauer: Warum wurden nicht Wege benutzt?

Hamburg.  Anwohner und Besucher des denkmalgeschützten Jenischparks sind verärgert: Nach mehreren Polizeieinsätzen in den vergangenen Tagen ist die große Wiese zwischen dem Jenischhaus und der Elbchaussee total zerfahren. Überall durchziehen Reifenspuren das junge Grün, stellenweise sieht die Wiese wie umgepflügt aus.

Am Dienstagabend vergangener Woche hatten Polizistinnen und Polizisten dort, wie berichtet, feiernde Jugendliche überrascht, nachdem sie von Anwohnern alarmiert worden waren. Zentrum der wilden Feier, bei der die Corona-Regeln laut Augenzeugen erheblich verletzt wurden, war dabei eine Stelle auf der Wiese rund 100 Meter südlich vom Jenischhaus, an welche die Jugendlichen Bänke geschleppt hatten. Fotos, die dem Abendblatt vorliegen, zeigen: Die Polizei war mit zwei Fahrzeugen zu diesem Treffpunkt gerast und hatte die Gruppe von zwei Seiten quasi umstellt, um den Feiernden mögliche Fluchtwege abzuschneiden. Anschließend wurden vor Ort Personalien aufgenommen und zahlreiche Verwarnungen ausgesprochen.

Video: Polizeieinsatz im Jenischpark

Verfolgungsjagd im Jenischpark
Verfolgungsjagd im Jenischpark

Am vergangenen Wochenende wurde dann, wie berichtet, ein weglaufender 17-Jähriger von einem Polizeiwagen in hohem Tempo verfolgt – wiederum quer über die Wiese. Dieser Einsatz, der bundesweit Schlagzeilen gemacht hatte, wurde vor allem in den sozialen Medien als unverhältnismäßig kritisiert.

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Anwohner sind sicher, dass die Spuren, an denen sich zahlreiche Manöver ablesen lassen, von den Polizeiwagen stammen. „Es ist zwar schlimm, dass die Jugendlichen hier feiern und ihren Müll hinterlassen“, sagt eine Frau, die nicht genannt werden möchte, „aber dass die Wiese jetzt wie ein Acker aussieht, geht ja wohl gar nicht.“

„Warum müssen die Polizisten unbedingt über die Wiese fahren?"

Hans-Peter Strenge, Vorsitzender des Vereins Freunde des Jenischparks, findet es prinzipiell richtig, dass die Polizei im Jenischpark Präsenz zeigt. „Aber warum müssen die Polizisten unbedingt über die Wiese fahren, wir haben hier doch jede Menge Wege, die zum Beispiel auch von den Parkpflegenden genutzt werden“, fragt Strenge. Und dann ironisch: „So ein Polizeiauto kann man zu Not ja wohl auch mal verlassen und ein Stück zu Fuß laufen.“

„Unsere Einsatzkräfte sind grundsätzlich bemüht, die vorgegebenen Wege zu nutzen“, sagt Polizeisprecher Florian Abbenseth zu den Vorhaltungen. „Das Einsatzgeschehen macht es aber eben auch erforderlich, diese Wege zu verlassen. Dabei entstehende Beschädigungen bedauern wir sehr, sie lassen sich im Einzelfall aber leider nicht gänzlich verhindern.“

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