Elbvororte

3,5 Millionen Euro fürs Fischerhaus – Corona sei Dank

| Lesedauer: 2 Minuten
Matthias Schmoock
Kaum wiederzuerkennen: Das Fischerhaus in Blankenese im Jahr 2020. Mitten in den Sanierungsarbeiten fehlte Geld. Das kommt nun von der Landesregierung.

Kaum wiederzuerkennen: Das Fischerhaus in Blankenese im Jahr 2020. Mitten in den Sanierungsarbeiten fehlte Geld. Das kommt nun von der Landesregierung.

Foto: Claas Ricker

Blankeneser Treppenviertel: Gebäude unter Denkmalschutz wird mit Mitteln aus dem Corona-Programm saniert. Fertigstellung in 2022.

Blankenese.  Lange hatte die Sanierung des traditionsreichen Fischerhauses in Blankenese gestockt (wir berichteten). Jetzt gibt es Geld vom Senat für das Projekt: Die Landesregierung unterstützt die Arbeiten mit insgesamt 3,5 Millionen Euro.

Das Geld stammt aus dem angesichts der Corona-Krise entwickelten Hamburger Wirtschaftsstabilisierungsprogramm (HWSP). Damit sollen in den Jahren 2021 und 2022 insgesamt rund 900 Millionen Euro in diverse städtische Maßnahmen gelenkt werden, vorrangig, um die Hamburger Wirtschaft zu unterstützen.

Holzgerüst des Gebäudes auf etwa 1570 datiert

Das Fischerhaus gehört zur Gruppe der niederdeutschen Fachhallenhäuser, die beiden angebauten Flügel sind zweigeschossige sogenannte Rähmbauten. Die Angaben über das genaue Erbauungsjahr hatten jahrelang geschwankt. Nach intensiven Untersuchungen durch das Denkmalamt und den ausführenden Architekten und Denkmalpfleger Alk A. Friedrichsen wird inzwischen davon ausgegangen, dass das in Teilen des Hauses verbaute Holzgerüst auf die Zeit kurz nach 1570 datiert werden kann.

Damit ist das Fischerhaus eines der ältesten erhaltenen Wohngebäude im Hamburger Stadtgebiet und das älteste Wohnhaus Altonas. Bereits Anfang 2017 war es für eine „zeitnahe“ Sanierung geräumt worden, die dann aber ins Stocken geriet. Der möglichst originalgetreue Erhalt erwies sich schnell als deutlich schwieriger als gedacht.

Hamburgs Finanzsenator sieht das als konjunkturfördernde Maßnahme

Bei einer Besichtigung begründete Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) die Tatsache, dass das für die Sanierung benötigte Geld nun aus HWSP-Mitteln genommen wird, damit, dass die Instandsetzung des Fischerhauses auch eine konjunkturfördernde Maßnahme sei. Mit der Investition könne mitten in der Corona-Krise ein „Konjunkturimpuls“ gesetzt werden.

Lesen Sie auch:

Das Fischerhaus mit seinen rund 417 Quadratmetern Fläche war zuletzt als Wohnung, Altentagesstätte und kleines Museum genutzt worden. Nach der Fertigstellung, die für das Frühjahr 2022 geplant ist, sollen alle ursprünglichen Nutzungen wiederbelebt werden.

Auch der Bürgerhaus Bornheide in Osdorf erhält Fördermittel

Wie An­dreas Dressel am Rande der Besichtigung mitteilte, wird auch das Bürgerhaus Bornheide in Osdorf mit Mitteln aus dem HWSP unterstützt. Für die energetische Sanierung des Baus stellt die Stadt 900.000 Euro bereit. Im Zusammenhang mit der Finanzhilfe für die beiden Objekte sprach Dressel von einem „guten Paket für Altonas Infrastruktur“.

Altonas Bezirksamtsleiterin Stefanie von Berg (Grüne) sagte, sie sei froh, dass mit der Hilfe für beide Projekte auch das soziale Spektrum Altonas „von Blankenese bis Osdorf“ abgebildet werde.

Hier können Sie den täglichen Corona-Newsletter kostenlos abonnieren

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Elbvororte