Othmarschen.

Riskanter Ausstieg für Senioren in Övelgönne

Busausstieg am Augustinum in Övelgönne.

Busausstieg am Augustinum in Övelgönne.

Foto: Lukas Homrich

Gefährliches Hindernis: Alte Menschen müssen Bus am steilen Deich verlassen. Beschwerde an die Hochbahn.

Hamburg. An der Endhaltestelle Neumühlen/Övelgönne am Elbufer stehen seit der Fahrplanänderung im vergangenen Dezember nachmittags täglich drei Busse hintereinander, obwohl dort nur Platz für zwei ist. Fahrgäste müssen den Bus deswegen an einem steilen, unbefestigten Deichabschnitt vor dem offiziellen Ausstieg verlassen. Für die meisten Menschen kein Problem. Für Familien mit Kinderwagen, gehbehinderte Personen und Senioren aber ein gefährliches Hindernis – besonders bei Regen, wenn die Grünfläche auf dem Deich rutschig wird.

Zwei Bewohner der Seniorenresidenz Augustinum, die dort täglich mit der Linie 112 ankommen, beschwerten sich beim Abendblatt. Sie seien praktisch gezwungen, an der Stelle auszusteigen, da die Busfahrer anschließend eine Pause machen. Für sie sei ein Ausstieg an dem steilen Stück zu gefährlich, zumal sie in ihren 80ern sind und teilweise unter einer Gehbeeinträchtigung leiden. „Es muss an der gesamten Situation etwas geändert werden“, so Regina Wambach, Direktorin der Seniorenresidenz.

Die Situation ist bekannt

Nach Angaben von Bewohnern gab es eine solche Situation bereits vor einigen Jahren. Schon damals hätten sie sich beschwert. In einem Fall hätten sie keine Antwort erhalten; in einem anderen Fall habe die Hochbahn auf die Frage, ob der Busfahrer den Gästen beim Ausstieg helfen könne, geantwortet: „Eine Änderung wird es nicht geben. Unser Personal hat während der unbezahlten Pause ein Anrecht auf Ruhe.“ Es sei für die Mitarbeiter unangenehm genug, dass sich die Pause bei Verspätungen häufig verkürze oder ausfallen müsse.

Für die über 150 Bewohner des Augustinums gab es also keine Lösung. Auf eine Anfrage des Abendblatts teilte die Hochbahn mit, dass sich nachmittags bis zu fünf Minuten ein Stau bilde. Es handele sich um einen „Sonderfall“, der durch Geduld beim Fahrgastwechsel bewältigt werden könne, trotzdem werde der Zustand dem Serviceanspruch der Hochbahn nicht gerecht. Nach einem Fahrplanwechsel im Dezember werde es nicht mehr zu der Situation kommen.

Lesen Sie auch:

Für die betroffenen Bewohner ist das keine befriedigende Antwort. Sie sagen, dass vereinzelt sogar vier Busse hintereinander stehen – und das länger als fünf Minuten. Sie glauben nicht, dass ein Fahrplanwechsel eine Lösung bringe – außer die Frequenz der Busse würde wieder zurückgefahren. Daran habe aber niemand ein Interesse. Man glaube daher nicht an eine Besserung. Abhilfe kann ihrer Meinung nach eine bauliche Maßnahme schaffen. Oder die Hochbahn weise die Busfahrer an, vor die wartenden Busse zu fahren, um Personen mit Gehschwierigkeiten am Einsteigepunkt rauszulassen.