Övelgönne

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin ist gegen Elbe-Fahrradweg

So könnte der neue Radweg in Övelgönne verlaufen, wie die Montage des ADFC zeigt

So könnte der neue Radweg in Övelgönne verlaufen, wie die Montage des ADFC zeigt

Foto: Andreas Vallbracht / Adfc

Katharina Fegebank (Grüne) stellt sich gegen ihre eigene Partei. Sie sorgt sich um den besonderen Charakter des Elbstrandes.

Hamburg. Die Gegner des umstrittenen Radweges entlang des Elbstrandes in Övelgönne bekommen nun prominente Unterstützung: Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) ist gegen den Fahrradweg und hält es für unwahrscheinlich, dass der Radweg überhaupt kommt.

Elbstrand ist zum Spazierengehen da

"Ich kann ganz klar sagen, dass ich mir wünsche, dass der Charakter des Elbstrandes, so wie wir ihn kennen und lieben, erhalten bleibt – zum Grillen, zum Spazierengehen und zum Spielen", sagte sie in einem Gespräch mit NDR 90,3. "Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass die Überlegungen, die im Ausschuss diskutiert wurden, Realität werden." Fegebank glaubt nicht, dass der Fahrradweg tatsächlich gebaut wird. Es lägen Welten dazwischen, sich Gedanken zu machen und "vielleicht das ein oder andere zu prüfen und dann tatsächlich auch zur Tat zu schreiten", so Fegebank weiter.

Damit stellt sich Fegebank gegen die Forderungen ihrer eigenen Partei in der Bezirksversammlung Altona. Die Grünen hatten sich am Montagabend im Verkehrsausschuss gemeinsam mit der SPD mehrheitlich dafür ausgesprochen, die Planungen weiter zu verfolgen. Die CDU scheiterte mit ihrem Antrag, das umstrittene Projekt endgültig zu beerdigen.

Würden Sie einen sechs Meter breiten Radweg am Elbstrand befürworten, der auch an der Strandperle vorbei führt?

FDP: Radwege-Pläne stoppen

Auch die FDP-Bürgerschaftsfraktion mischt sich jetzt ein und fordert Fegebank auf, die Pläne für den Elbe-Radweg zu stoppen. Wieland Schinnenburg, verkehrspolitischer Sprecher: „Die FDP-Fraktion begrüßt, dass die Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank die absurden Pläne für einen betonierten Radweg am Strand ablehnt. Sie muss ihrer Äußerung jetzt Taten folgen lassen und die Planungen sofort unterbinden. Zur Not muss der Senat sein Evokationsrecht nutzen.“

Radweg vorbei oder Brücke über die Strandperle

Wie berichtet, soll Radfahrern eine Alternative zur Schiebestrecke oberhalb des Elbhanges geboten werden. Der Plan: Ein neuer rund sechs Meter breiter Rad- und Fußweg soll auf dem Strandabschnitt bei Övelgönne gebaut werden. Der Radweg soll kurz vor der Himmelsleiter am Strand entlang der Mauer weitergehen. Die rund einen Kilometer lange Route würde dann an den beliebten und bei schönem Wetter gut besuchten Cafés Strandperle und Ahoi vorbeiführen. Radfahrer würden dann zwischen Strandperle und Wasser entlangfahren. Kurz vorm Museumshafen würde der neue Weg wieder mit dem alten verschmelzen. Vor den Cafés sind Sitzstufen und Treppen geplant, zudem sind weitere Parkmöglichkeiten für Räder vorgesehen.

Ganz neu ist auch die Überlegung des Hamburger Architekten Christian Hajda, statt des Fahrradweges eine Radwegbrücke zu bauen. Die Altonaer Bezirkspolitik begrüßte diesen Vorschlag.

Seine Idee: Der geplante Radweg würde über eine Art Rampe mit transparentem Geländer einfach über das Gebäude der von der Stadt verpachteten Strandperle hinweg gebaut – ohne allerdings höher zu verlaufen als der schmale Gehweg dahinter. Die Kosten von etwa drei Millionen Euro wären zwar größer als bei der jetzige Version, die mit rund zwei Millionen geschätzt wird. Hajda: "Dafür kann eine solche Brücke nicht bei Flut unterspült werden, was Wartungskosten spart."