Schauspieler

John Malkovich: Einfach nur Gott in der Elbphilharmonie

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Maike Schiller
Der amerikanische Schauspieler John Malkovich in der Elbphilharmonie

Der amerikanische Schauspieler John Malkovich in der Elbphilharmonie

Foto: Roland Magunia

Der Superstar im Abendblatt-Interview über Theater, Egomanen und den amerikanischen Präsidenten Donald Trump.

Hamburg. Anmaßend, brutal, selbstgerecht. Der personifizierte Größenwahn, dieser Kerl, der einer Journalistin ein Interview in einem Konzertsaal gewährt und daraus ein Machtspiel ums Überleben macht. Satur Diman Cha heißt der (fiktive) Diktator, der sich irgendwo unter der Wüste seines Unrechtsstaates eine Replik der Hamburger Elbphilharmonie gebaut hat und eine Reporterin dort als Geisel nimmt. „Just Call Me God“, fordert er sie auf, nenn' mich einfach Gott.

Der Diktator ist - nach dem Frauenmörder Jack Unterweger und dem Verführer Casanova - die dritte hemmungslos egomane Figur, die dem Hollywoodstar John Malkovich („Gefährliche Liebschaften“, „Being John Malkovich“) auf den Leib geschrieben wurde und die ihn nun erneut in der Regie von Michael Sturminger auf eine Hamburger Bühne führt. Diesmal, als Welturaufführung, in den Großen Saal der Elbphilharmonie.

Am Mittwoch ist Premiere, noch wird vor Ort für „Just Call Me God“ geprobt. Und auch wenn ein reales Interview durchaus Ähnlichkeiten mit dem Stück aufweist - Journalistin trifft Malkovich in der Elbphilharmonie - könnte der Kontrast kaum größer sein. John Malkovich, weite Jeans, Kapuzenpulli, weiche Gummisohlen, spricht leise, langsam, zuvorkommend, mit irritierend sanfter Stimme und unbeirrtem Blick.

„Just Call Me God“ ist ein Stück über Macht und Machtmissbrauch, über letzte Wahrheiten und „fake news“, über Politik und Medien. Die reale Weltlage allerdings lässt den amerikanischen Hauptdarsteller verblüffend kalt. Er sei kein politischer Mensch, sagt er, und 1972 zuletzt zur Wahl gegangen. Ob er sich wegen Donald Trump Sorgen mache? „Nein“, erklärt Malkovich. „Amerika wird wie viele Länder mal in die eine Richtung ausschlagen und dann wieder in die andere. Vielleicht in vier Jahren oder in acht Jahren, vielleicht schon viel früher, wer weiß. Und jede Seite wird dir erzählen, wie brillant ihr Anführer ist.“

Das komplette Interview lesen Sie am Montag im Hamburger Abendblatt